Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Wir über uns Rundbrief

 

Rundbrief 2018


Liebe Mitglieder und Freunde des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze e.V.

eine unserer Haupttätigkeiten in vielen Veranstaltungen ist auf das unveränderte Artensterben in unserer Natur hinzuweisen. So auch in unserem letzten Rundbrief. Nun finden wir auch in den Medien massive Hinweise auf diese Problematik, Stichwort „Insektensterben“. Endlich liegen objektiv ermittelte Zahlen vor die belegen, dass die Anzahl der Insekten in Deutschland seit den 1970’er Jahren um mehr als 70 % abgenommen hat. Das klingt schon sehr bedrohlich, wird aber von vielen unserer Mitbürger nicht sonderlich ernst genommen.

Wir können mit unserer Gruppe nur vor Ort etwas tun, und da gibt es aus 2017 wieder viel zu berichten:

Burgdorfer Storch
Leider ist es im Jahr 2017 nicht zu einer Storchenbrut in Burgdorf gekommen. Nachdem das „alte“ Männchen 2016 während der Brutperiode verstorben ist, wurde das Gelege aufgegeben. Das beringte Männchen wurde am 28.5.2016 tot auf dem Gelände der Kläranlage gefunden. Mitarbeiter der Stadt berichteten, dass dieses Männchen oft in den Abfallcontainern der Stadt nach Nahrung suchte. Vermutlich verschluckte es etwas Unverdauliches. Im Frühjahr 2017 waren zwar wieder mehrere Störche im und am Nest gesehen worden, zu einer Brut kam es jedoch nicht. Hoffen wir auf das Frühjahr 2018. br

Schafe auf der Streuobstwiese Burgdorf
Leider misslang das Projekt der Beweidung mit Schafen auf unserer Streuobstwiese. Die Schafe sprangen regelmäßig über den elektrischen Schafzaun, trotz Strom. Mehrmals täglich mussten sie wieder eingefangen werden. Sie knabberten auch 16 Obstbäume an. Die zwei Totalverluste mussten wir im November 2017 nachpflanzen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Gras zu dem damaligen Zeitpunkt für die Schafe wohl nicht sättigend war. Deshalb mussten wir uns von ihnen trennen. Die Wiese wird jetzt wieder von einem Landwirt gemäht. Dadurch entstehen uns erhebliche Kosten.
Für die 140 Obstbäumen haben sich bereits 105 Baumpaten gefunden. 35 Obstbäume sind also noch als Patenschaftsgeschenk zu vergeben. Melden Sie sich. Wir würden uns freuen. br

Tropfschläuche auf den Streuobstwiesen
Die Bingo-Umweltstiftung hat uns weiteres Geld für unsere Streuobstwiesen Burgdorf und Lehrte bewilligt. Auf beiden Wiesen wurden nun sogenannte Tropfschläuche verlegt. Das bedeutet, dass wir während der Trockenperioden alle Bäume (170 in Lehrte, 140 in Burgdorf) gleichmäßig per Motorpumpe und Brunnen bewässern können. Pro Stunde gelangen so ca. 25 l Grundwasser an jeden Baum. Für unsere Mitglieder Berthold Scheller, Wolfgang Buckschun und Dieter Triebler ist das eine erhebliche Arbeitserleichterung. Der Boden ist besonders in Lehrte sehr sandig und es werden noch Jahre vergehen, ehe die Bäume dauerhaft Verbindung zum Grundwasser haben. br

Schafe auf der Streuobstwiese Lehrte
Was in Burgdorf nicht geklappt hat, klappte auf der Streuobstwiese in Lehrte umso besser. Hier fressen mittlerweile zwei verschiedene Schafrassen (8 Kamerunschafe, 7 Heidschnucken) das Gras kurz. Eine große Kostenersparnis gegenüber dem konventionellen Mähen. 450 m Elektro-schafzaun schützen die Bäume vor den Schafen. Hierfür spendierte uns ebenfalls die Bingo-Stiftung den Betrag von 800 €. Leider verängstigen einige frei laufende Hunde und deren Besit-zer die Schafe immer noch, teilweise springen die Hunde über den Zaun. 2 kleine Puter sind bereits getötet worden. Und das war nicht der Wolf !
Seit 2 Jahren stehen dauerhaft auch div. Bienenvölker auf der Streuobstwiese. Darüber sind wir sehr froh.
Neben den sechs Mauswieselkästen, zahlreichen Vogelnistkästen sowie acht Ansitzstangen für Greifvögel ist nun ein Turmfalkenkasten an einer hohen Kiefer installiert worden. Alles dient der Jagd nach den Wühlmäusen. Denn diese haben uns bereits die Wurzeln von sechs Obstbäumen abgefressen. Auch hier haben wir im Dezember 2017 nachpflanzen müssen. Das bedeutet, dass wir unsere Reserven aus den Patenschaften angreifen müssen. Für die 169 Obstbäume haben sich bereits 152 Paten gefunden. 17 Obstbäume können noch als Patenbaum für 15 Jahre vergeben werden. Melden Sie sich bitte.
Der Sturm „Xavier“ am 5.10.2017 hat auf der Streuobstwiese acht Bäume in Schieflage ge-bracht. Hier mussten wir diese kurzfristig wiederaufrichten und mit jeweils zwei Holzpfählen und Seilen sichern. br

Trafohaus Schillerslage
Das ehemalige Trafohaus in Schillerslage wurde im September weiter verschönert. Hier kann man sich nun an drei Lehrtafeln über Schleiereule, Schwalben und Fledermäuse informieren. Die Vogelnistkästen, gefertigt von den Schülern der Prinzhornschule Burgdorf, fallen als bunte Farbtupfer auf. Auch die Metalltür wurde gestrichen und mit einer beschrifteten Metallplatte ver-sehen. Noch sind im oberen Turmbereich keine Schleiereulen und Turmfalken eingezogen, Fledermäuse schlafen jedoch schon hinter der rauen Holzverschalung. br

Krötenschutzzäune
Um die jährlich zur Laichzeit wandernden Amphibien besser zu schützen, stellen wir im Frühjahr unsere Krötenschutzzäune auf. Dadurch retten wir vielen Tieren das Leben. Die jährliche Zäh-lung am Fangzaun im Ahltener Wald ergibt immer noch fast zweitausend gefangene Amphibien. Auch hier hat sich die Bingo-Stiftung mit 800 € als Spende beteiligt. Die Fangzahlen an Amphibien 2017:
Ramlinger Waldbad: 417; Ahlten/Kolshorn: 1.801 (trotz zeitweiser Straßensperrung durch die Stadt Lehrte musste ein Fangzaun aufgestellt werden, da sich viele Autofahrer nicht an die Sperrung halten); Hohnhorstweg Lehrte: nächtliche Sperrung; Uetze, Schafstallweg: 323; Uetze, Spreewaldseenallee: 1.134 br

Apfelfest auf Gut Adolpshof in Hämelerwald
Jährlich sind wir im Herbst auch mit einem großen Zelt, dem Glücksrad sowie einigen präparier-ten Tieren und Info-Materialien auf dem Apfelfest mit dabei. Hier informieren sich hunderte von Besuchern über unsere Arbeit. Fragen werden beantwortet und zahlreiche Gespräche geführt. Immer ein langer, aber sehr interessanter Tag. br

Fledermäuse
Die jährliche Winterzählung der schlafenden Fledermäuse in mittlerweile 50 Winterquartieren (alte Bunker und Keller) ergab für Februar 2017 = 180 Tiere.
Hier steigen die Zahlen seit Jahren langsam aber kontinuierlich. Und natürlich suchen wir auch weiterhin alte Bunker, Keller oder Pumpenhäuser. In 3 Winterquartieren wurden durch Zufall auch Paarungsgruppen entdeckt. Die Paarungszeit der Fledermäuse beginnt Ende August und geht weit in den Dezember hinein. Mit Glück trifft man dann auf eine Traube von paarungswilli-gen Tieren; d.h. ein Männchen und mehrere Weibchen in einem Harem. Dann ist aus dem Win-terquartier auch ein Paarungsquartier geworden und damit doppelt so wertvoll. Das sind dann absolute Glücksmomente, besonders für unseren Fledermausbetreuer Bernd Rose, der diese Aufgabe regionsweit in der Region Hannover durchführt.
Viele persönliche Beratungen der Bevölkerung sowie Einsätze bei Fledermausflügen und Wo-chenstuben gehören zu den Aufgaben im Fledermausschutz. Verletzte oder geschwächte Tiere müssen teilweise abgeholt, gepflegt und betreut werden. Zur Erstversorgung gehören neben der Untersuchung auch einige Tropfen Wasser sowie zur Stärkung Mehlwürmer. Im besten Fall flie-gen die geschwächten Findlinge nach zwei Tagen wieder in die Dunkelheit zurück. Unsere jährlichen Fledermausführungen in Uetze, Burgdorf sowie in der Waldstation der Eilenriede in Hannover sind ebenfalls immer sehr gut besucht. Selbst bei Regen hören und se-hen wir die jagenden Fledermäuse mit dem Detektor sowie im Schein der Taschenlampe. Immer ein spannendes und besonderes Erlebnis für Jung und Alt. br

Veranstaltungen mit Kindern
Neben den vielen Aktivitäten unserer Kindergruppe „Die Naturforscher“ brachte v.a. Ernst Schmidt den Kindern die Natur mit ihren Lebewesen näher. In der Prinzhornschule Burgdorf wurden 120 Bausätze „Nistkasten“ gefertigt; mit den Schülern 10 Stück zusammengebaut, im Kunstunterricht gestaltet und am Spittaplatz aufgehängt; 15 Kindergärten mit Nistkastenreinigung besucht, in Lehrte neue Kästen gebaut und aufgehängt, im Stadtpark Burgdorf mit Schülern die Nistkästen gereinigt, auch auf dem Spielplatz an der Gartenstraße sowie auf dem Schulgelände Otze und Ehlershausen; in Grundschulen Burgdorf und Otze Natur-Projekte begleitet. es

Störche
Wegen des milden Winters sind die „Westzieher“, die größtenteils in Spanien oder Westafrika überwintern, in diesem Jahr schon ab Mitte Februar zurückgekommen. Bis Mitte März waren durch sie fast die Hälfte der Nester besetzt. Der Weg der „Ostzieher“ dagegen ist weit (bis Südafrika) und mit vielen Hindernissen bestückt. Wenige kamen schon Mitte März, andere erst bis Ende April ins Brutgebiet zurück.
Der Bruterfolg beim Weißstorch hängt vom Nahrungsangebot der Saison, von der Bruterfahrung der Altstörche sowie vom Wetter ab. In Dollbergen, Eltze, Schillerslage und Burgdorf kam es nur zu Horst Besuchen. Insgesamt waren in unserem Bereich neun Nester besetzt. Ausgeflogen sind in Uetze und Dachtmissen jeweils ein Jungstorch, in Arpke, Sievershausen und Steinwedel je zwei Jungstörche und in Obershagen, Hänigsen, Dedenhausen und Immensen je drei Jungstörche.
Die Bilanz in diesem Jahr ist aber positiv. Insgesamt haben in unserem Bereich neun Weißstorchpaare 20 Junge erfolgreich aufgezogen. (2016 = 18).
Eine Tragödie hat sich in diesem Jahr am Storchenhorst in Sievershausen abgespielt. Hier hat sich ein Altstorch ein Bein gebrochen, sodass ein Elternteil allein die Fütterung in den letzten ca. 10 Tagen bis zur Flugfähigkeit der Jungstörche bewältigen musste. Trotz Nachsuche war der verletzte Vogel nicht mehr auffindbar, wahrscheinlich ist er verendet. Im Kalenderjahr 1998 hatte sich in Sievershausen schon einmal ein Altstorch durch Angel-schnüre oder Bindegarn, die in der Landschaft liegen geblieben waren, ein Bein gebrochen. ez

Schleiereulen
In der Gemeinde Uetze sowie in den Städten Burgdorf und Lehrte hat unsere Eulengruppe in den letzten 39 Jahren insgesamt 115 Schleiereulennistkästen aufgehängt. Dieses Engagement hat sich nachprüfbar ausgezahlt, auch weil in einem unserer Nistkästen nunmehr die 5.000. Jung Eule aufgewachsen ist.
In diesem Jahr hat unseren Weißstorch- und Schleiereulenbetreuer Erhard Zander bei der jährlichen Führung deshalb auch, nunmehr zum 4. Mal, ein Fernsehteam vom NDR für die Sendung „DAS!“ begleitet, Der dabei entstandene Filmbeitrag wird übrigens bei unserem NABU-Abend am 9. März erneut zu sehen sein.
Außerdem sind in diesen Jahren insgesamt 420 junge Turmfalken, 28 junge Waldkäuze und ein Kuckuck, der von Bachstelzen aufgezogen wurde, in unseren Schleiereulennistkästen groß geworden. ez

Streuobstwiese Ehlershausen
Seit dem Neubau der Bundesstraße 3 im Kreuzungsbereich Ehlershausen vor etwa 10 Jahren ist dort eine Streuobstwiese als Ausgleichsfläche angelegt worden, die wir gemäß einer mündlichen Vereinbarung mit der Straßenbau Verwaltung Niedersachsen sporadisch gepflegt haben. Wir freuen uns, dass es jetzt gelungen ist, hierüber einen Vertrag zu schließen, der diese Leistung zukünftig honoriert. Sogar die bereits erbrachten Einsätze und Aufwendungen wurden pauschal mit einem namhaften Betrag abgegolten.
Auf all unseren Streuobstwiesen wollen wir besonders eine hohe Artenvielfalt an Wildblumen und Insekten erreichen. Dazu ist es erforderlich, dass nur einmal pro Jahr, im Herbst, nach dem aus samen, gemäht und das Mähgut abtransportiert wird. Gerade die selten gewordenen Wildblumen wie z.B. Teufelsabbiss benötigen nährstoffarmen Boden. Den zu bekommen und zu erhalten ist jedoch ein langwieriger Prozess. aw

Kindergärten
Auch in einigen Kitas sind wir mit unseren präparierten Tieren wie Fuchs, Eichhörnchen, Hase oder Fledermäusen kurzzeitig vertreten. Die Kinder sind sehr neugierig und mit Freude bei der Sache. br

Ehrung des Ehrenamtes
Seit vielen Jahren ist Ernst Schmidt einer der aktivsten Botschafter des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze. Er ist Einsatzleiter bei den Arbeitseinsätzen, ist Wespen- und Hornissenberater, veran-staltet die beliebten vogel- und naturkundlichen Fahrradtouren und Spaziergänge und vieles mehr. Nun ist sein Engagement vom Regionspräsidenten Hauke Jagau in der Veranstaltung "Ehrenamt - Engagement im Fokus!" besonders gewürdigt worden, genau wie auch Bernd Rose schon im Vorjahr.

 

Diese Aufstellung ist nicht komplett, soll Ihnen aber einmal exemplarisch zeigen, was unsere Gruppe mit wenigen wirklich aktiven Helfern auch im vergangenen Jahr 2017 neben den vielen Terminen unseres Jahresprogramms geleistet hat. Mehr finden Sie z.B. auf: www.nabu-burgdorf-uetze.de

Ich bedanke mich, auch im Namen des Vorstandes, wieder für Ihre Unterstützung und hoffe, dass wir auch weiterhin mit Ihnen rechnen können.

Ihr Dirk Brinkmann
1. Vorsitzender
Tel.: 05147 / 975869
Email: info@nabu-burgdorf-uetze.de

 

Autoren:>
br = Bernd Rose
es = Ernst Schmidt
ez = Erhard Zander
aw = Angelika Wirtz

 


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