Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2018

 

06. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bunte Landschaft soll Artensterben stoppen

Nabu lädt ein zum Vortrag „Glyphosat – Unheil oder Segen?“ / Naturschützer fordern „eine echte Wende“ bei der Landbewirtschaftung.

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Ackerblühstreifen sind eine Möglichkeit, eine vielfältig strukturierte Landschaft zu schaffen, die einer Vielzahl von Lebewesen Lebensraum bietet.
FOTO: KARKOW

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Angesichts des Artensterbens – seit einigen Jahren vor allem bei den Insekten – gerät das Pflanzenschutzmittel Glyphosat zunehmend in den Fokus der Experten wie der Laien. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze will die Diskussion versachlichen und hat dafür den Immenser Diplom- Agraringenieur Michael Scheer- Behrens für einen Vortragsabend am Donnerstag, 12. April, 19.30 Uhr, im Jugendhaus JohnnyB. gewonnen.

Scheer-Behrens stellt seinen Vortrag unter den Titel „Glyphosat – Unheil oder Segen? – Auswirkungen auf Mensch und Natur“. Zunächst wird der Agraringenieur über die Wirkung des umstrittenen Mittels auf Mensch, Tier und Natur informieren. Die Frage, ob die Landwirtschaft ohne Glyphosat auskommen kann, wird Scheer-Behrens beleuchten, indem er einen Blick auf den Entwicklung des Ackerbau und der Weidewirtschaft in den vergangenen 100 Jahren wirft.

Er will Alternative aufzeigen, wie die Landwirte ohne den Einsatz von Glyphosat ihre Felder und Wiesen bewirtschaften können. Dabei werde Scheer-Behrens den konzeptionellen Ansatz der konventionellen Landwirtschaft mit den Methoden des biologischen Anbaus vergleichen, erklärt Nabu-Sprecherin Margret Schäfer.

Es geht an diesem Abend nicht allein um das in die Kritik geratene Pflanzenschutzmittel, das einst als Errungenschaft gefeiert wurde. Vielmehr ist es ein Anliegen des Nabu, den Blick zu schärfen für eine vielfältige Flora sowohl auf den Felder und Wiesen als auch in den Ortschaften. Es soll aufgezeigt werden, wie dieser Prozess zugunsten der Artenvielfalt zu beeinflussen ist.

Der Nabu macht vor allem die Landwirtschaft für das Artensterben verantwortlich: „Die Zeit drängt: Die Äcker sind heute nahezu wildkrautfrei, während früher fast 30 Prozent des Ackers mit Wildkräutern bewachsen waren. Durch diese weit verbreitete Form der Landbewirtschaftung ist die Zahl der Insekten in den letzten Jahren um fast 70 Prozent zurückgegangen und der Vogelbestand um fast 80 Prozent.“ Kiebitz und Lerche sind kaum noch anzutreffen. Eine Möglichkeit, eine vielfältig strukturierte Landschaft zu schaffen, sind nach Ansicht der Naturschützer Ackerblühstreifen. Sie bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren Futter und Deckung. Diese Form des Artenschutzes fördert die EU derzeit mit 700 Euro pro Hektar.

 

Der Eintritt zum Vortrag am 12. April ab 19.30 Uhr im Jugendhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30 in Burgdorf ist frei.

 

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Blühende Ackerstreifen bieten sowohl Insekten als auch Vögeln Futter und Unterschlupf.
FOTOS: KUBE, BÜSCHER (2)

 

04. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ansturm auf Schwalbennester des Nabu

Innerhalb von zwei Tagen waren Nisthilfen für die bedrohten Flugkünstler vergeben – Nabu baut nach

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Eine Mehlschwalbe ist auf der Suche nach Baumaterial.
FOTO: FOTONATUR

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Lehrte/Uetze. Die Schwalbennest- Aktion des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ist ein voller Erfolg – zumindest, was das Interesse der Hausbesitzer an den Nisthilfen für Mehlschwalben angeht. „Innerhalb von zwei Tagen waren alle 20 Nester, die wir mit den Kindern angefertigt hatten, weg“, berichtet Margret Schäfer, beim Nabu für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Nachfrage größer als Angebot

Mit solch einer großen Nachfrage habe man nicht gerechnet, es hätten längst nicht alle Anfragen berücksichtigt werden können. „Damit niemand leer ausgeht, haben wir beschlossen, weitere Nisthilfen anzufertigen“, kündigt Schäfer an.

Mehr Vögel in die Orte locken

Sinn der Aktion ist es, wieder mehr Mehlschwalben in die Orte zu locken. Die Flugkünstler bauen ihre Nester bevorzugt unter Dachüberständen, wo sie vor Regen und Nesträubern wie beispielsweise Katzen gut geschützt sind. Allerdings finden Schwalben immer weniger Baumaterial. Die künstlichen Nester sollen den Vögeln, die längst auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, viel Arbeit ersparen. Denn sie sind eine gute Basis, auf der die Vögel aufbauen können. Wer keine Nisthilfe des Nabu mehr bekommt, der könne auf seinem Grundstück eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze anlegen, rät Schäfer. Dann könnten die Schwalben ihre Nester auch komplett selbst bauen.

Ob die Schwalben die Nisthilfen tatsächlich annehmen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Möglicherweise ziehen die ersten Vögel auch erst im nächsten Frühling dort ein – Hausbesitzer sollten deshalb Geduld haben.

 

31. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Turmfalken brüten im Eulenkasten

 

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Einer der beiden Turmfalken sonnt sich im Einflugloch.
FOTO: SCHILLER

 

Eltze. Der Heimatverein hat zwei Mieter in seinem Glockenturm, der neben dem Heimatmuseum steht. Es handelt sich um ein Turmfalkenpärchen, das in einem Schleiereulenkasten brütet.

Diese Nisthilfe für Eulen hatte der Naturschutzbund (Nabu) nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, im Dezember 2001 im Turm aufgehängt und in das Mauerwerk ein Einflugloch gestemmt. Außerdem habe der Nabu später außen einen Nistkasten für Turmfalken angebracht. Im Eulenkasten brüteten nach den Unterlagen des Naturschutzbeauftragten von 2002 bis 2007 Schleiereulen. Eine weitere Brut habe es 2012 gegeben, berichtet Zander.

2009 nahmen erstmals Turmfalken den Eulenkasten in Beschlag, um darin ihre Jungen aufzuziehen. „Inzwischen sind sie da seit Jahren zu Hause“, sagt Wilfried Weichbrodt, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Selbst das Glockengeläut störe sie nicht. Als der Heimatverein Ende 1999 die katholische Kirche in Eltze erwarb, um darin ein Museum einzurichten, wurde vereinbart, dass die katholische Kirchengemeinde weiterhin bei besonderen Anlässen läuten darf.

Dass Turmfalken in einen Eulenkasten einziehen, komme hin und wieder vor. Es sei aber sehr selten, dass sich Falken und Eulen eine Nisthilfe teilten, sagt Zander. Die Turmfalken brüteten vorn, weil sie tagsüber durch das Einflugloch ins Freie gucken wollten. Die Schleiereulen brüteten im hinteren Teil, weil es dort dunkler sei. fs

 

31. März 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Windräder und „Vampire“

Renate Keil hat ihr Herz an Fledermäuse verloren

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Dem Vortrag merkten die Zuhörer an, dass Renate Keil (Mitte) ihr Herz an die Fledermäuse verloren hat.
Foto: Georg Bosse

 

LEHRTE/BURGDORF (gb). Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und schlafen mit dem Kopf nach unten. Zu einem Vortrag zum Thema „Die spannende Welt unserer heimischen Fledermäuse“ hatte sich der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze am vergangenen Freitagabend die Tierärztin Dr. Renate Keil aus Hannover/Misburg ins Burgdorfer Jugendzentrum „JohnnyB.“ eingeladen. Bei der Begrüßung zeigte sich Bernd Rose, langjähriges NABU-Vorstandsmitglied und freiwilliger Fledermausbetreuer der Region Hannover/ Ost, von der „riesigen Resonanz überwältigt“, denn über 120, meist erwachsene Interessierte, hatten im Bühnensaal Platz genommen.

Renate Keil hat ihr Herz an die Fledermäuse verloren. Ob klein oder groß, grotesk oder niedlich. „Fledermäuse sind bildhübsche Tierchen“, schwärmt die Tierärztin, die das BUND-Fledermauszentrum in Hannover ehrenamtlich leitet. Vor rund sechs Jahren wurde die Pflege- und Auswilderungsstation im alten Luftschutzbunker am Welfenplatz eröffnet, um die streng geschützten, faszinierenden Flattertiere und ihren Lebensraum zu schützen. Fledermäuse sind in aller Herren Länder verbreitet. Lediglich die Polarregionen und entlegene Inseln meiden sie. Fledermäuse sind nachtaktiv. Die nützlichen und leisen „Untermieter“ suchen tagsüber ihre Quartiere unter Brücken und in Dachstühlen von Häusern, in Kirchtürmen oder hinter Wandverkleidungen auf. Von den etwa 1.300 Fledermausarten weltweit, leben 24 in Deutschland und davon 15 im Raum Hannover. „Die sich durch Ultraschall orientierenden, fliegenden Säugetiere, die auch als Handflügler (Chiroptera) bezeichnet werden, haben sich seit rund 50 Millionen Jahre kaum verändert“, führte die Referentin aus. Fledermäuse können um die 30 Jahre alt werden. Auf der nächtlichen Jagd nach Futter verlieren sie, wegen des hohen Energieverbrauchs beim Fliegen, bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts, was sich die Fledertiere wieder anfressen müssen. „Die europäischen Arten sind Insektenfresser und keine „Vampire““, trat Keil dem immer noch weit verbreiteten Mythos, sie seien schaurige Blutsauger, mit Vehemenz entgegen. Im Gegenteil, einige Spezies ernähren sich rein vegetarisch von Blütennektar und tragen so zur Bestäubung von Pflanzen bei.

„Feinde“ der heimischen Fledermäuse sind Katzen, Motorsägen und Windräder. Katzen fressen gefangene Fledermäuse nicht, sondern „spielen“ sie zu Tode. In den Wintermonaten werden immer wieder morsche Bäume gefällt, die den Tieren als Winterquartiere dienen und dann die metertiefen Stürze häufig nicht überleben. „Rund 200.000 Fledermäuse sterben jährlich allein durch Windräder. Sie werden von den Rotorblättern erschlagen oder der Unterdruck lässt ihre Lungen platzen“, empörte sich Keil.

Verletzte Fledermäuse werden von Renate Keil tierärztlich versorgt. Ziel der ehrenamtlichen Fledermausbetreuer ist es, die Tiere, sobald sie gesund und wieder flugfähig sind, zurück in die Freiheit zu entlassen. Ausführliche Informationen zum Thema „Fledermäuse“ unter: www.bund-flederm

 

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Als Insektenfresser sind europäische Fledermausarten überaus nützlich. Aber der Lebensraum der streng geschützten Tiere ist bedroht.
Foto: Georg Bosse

 

27. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Orkanschäden: Stadt pflanzt Bäume nach

Lehrpfad im Stadtpark wird mit Amberbaum, Roter Rosskastanie und Sumpfeiche komplettiert

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Ilir Mjaku (links) und Kai Odparlik pflanzen am Tiefenwiesensee einen neuen Amberbaum.
FOTO: WULF-DETTMER

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Jetzt ist der Baumlehrpfad im Stadtpark wieder komplett. Der Gärtnerbauhof hat am Montag drei junge Bäume gepflanzt. Sie sollen die Exemplare ersetzen, die der Orkan „Herwart“ Ende Oktober und andere Stürme beschädigt, gekappt oder entwurzelt hatten.

Neu gepflanzt wurde der Amberbaum am Tiefenwiesenweg, wo er mit einer Lärche und einer Hängebuche ein Ensemble bildet. Die Krone des Amberbaums war bei einem Sommersturm ausgebrochen, sodass die städtischen Gärtner den Baum aus Sicherheitsgründen komplett gefällt hatten. Das neue Exemplar ist rund fünf Meter hoch. Der Amberbaum stammt aus Nordamerika.

Direkt am Rathaus II in der ehemaligen Landratsvilla hat „Herwart“ eine riesige Rote Rosskastanie gekappt. Der Reststamm – immerhin mehr als vier Meter hoch – bleibt stehen. „Solch ein Baumtorso ist sehr wertvoll für die Natur“, sagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Direkt daneben wird die neue Rote Kastanie stehen. Auch dieser Jungbaum ist schon an die fünf Meter hoch – und seine Blütenknospen sind kurz vor dem Aufbrechen. Die Rote Kastanie wird laut Schmidt nicht von der Kastanienminiermotte befallen. Das Insekt hat sich in vielen Kastanienbeständen – erkennbar an der frühen Alterung der Laubblätter – eingenistet. Baum Nummer drei, der ersetzt werden muss, ist die Sumpfeiche am Lönsweg im Schatten des Rodelbergs.

Der Nabu habe sich darum gekümmert, dass die drei Bäume nachgepflanzt werden, sagt Schmidt. Die Stadt hat die Jungbäume gekauft – jeder kostet zwischen 100 und 200 Euro – und erledigt auch das Einpflanzen. „Wir freuen uns sehr, dass die neuen Bäume am alten Standort stehen und der Lehrpfad wieder komplett ist“, sagt Schmidt. Denn der Flyer zum Baumlehrpfad sei gerade neu gedruckt worden. „Da macht es keinen Sinn, die Bäume woanders nachzupflanzen.“ Eine Gruppe aus Lehrte erkundet den Lehrpfad mit 42 Bäumen nach Ostern – es ist die erste Führung in diesem Jahr.

 

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Die vom Orkan beschädigten Bäume stehen teilweise noch.
FOTO: WULF-DETTMER

 

24. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu will Schwalben zurück in Orte locken

Naturschützer verschenken zu Ostern selbst gebaute künstliche Nester

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Die Mehlschwalbe baut ihr Nest oft unter dem Dachüberstand von Gebäuden. Als Baumaterial verwendet sie Lehm und ihren eigenen Speichel. Wer die seltenen Tiere unterstützt, bekommt vom Nabu eine Plakette (Foto rechts).
FOTOS: PRIVAT

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Lehrte/Uetze. Der Naturschutzbund (Nabu) möchte die Schwalben zurück in die Orte locken. Denn ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig. Selbst in den Dörfern sieht und hört man die wendigen Flieger nur noch selten. „Die Mehlschwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten“, erklärt Margret Schäfer vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Um den Vögeln einen Anreiz zum Brüten zu geben, verschenkt der Nabu zu Ostern Mehlschwalbennester an Hausbesitzer in Burgdorf, Lehrte und Uetze.

Die künstlichen Nisthilfen sind in der Nachwuchsgruppe des Nabu entstanden. 20 Stück haben die Kinder aus Stuckgips und Sägemehl sowie einer rechtwinkligen Holzkonstruktion hergestellt. „Viele werden sich sicher fragen, warum Mehlschwalben Nisthilfen brauchen“, räumt Schäfer ein. Schließlich bauten die Vögel ihre Nester selbst aus Lehm und Speichel. Doch vielerorts fänden die Schwalben kein Baumaterial mehr. Denn auch in ländlichen Gebieten seien Ziergärten heutzutage nach städtischem Muster angelegt. „Wer den sympathischen Dauerzwitscherern etwas Gutes tun will, sollte auf seinem Grundstück eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze anlegen“, rät Schäfer. Wo Baumaterial jedoch rar ist, ersparen künstliche Nester den Schwalben viel Arbeit. Denn sie sind eine gute Basis, auf der die Vögel aufbauen können.

Allerdings ist das knapp gewordene Baumaterial nicht der einzige Grund, warum die Mehlschwalben nur noch selten zu beobachten sind. Es fehlt ihnen an Futter. Denn nur in Gebieten mit Viehhaltung und feuchten Niederungen ist der Tisch für die Vögel reichlich mit Insekten gedeckt. Deshalb weist Schäfer darauf hin, dass es nur Sinn ergebe, Bruthilfen am eigenen Haus anzubringen, wenn dieses in einem schwalbentauglichen Gebiet liege. In Burgdorf gehören dazu die Wohngebiete rund um den Stadtpark, der von der Aue und dem Gümmekanal durchzogen wird. Im Uetzer Gemeindegebiet ist es das Fuhsetal. „In Gebieten mit ausreichendem Nahrungsangebot, aber Mangel an Lehmpfützen kann es deshalb sinnvoll sein, künstliche Mehlschwalbennester anzubringen“, erläutert die Nabu-Sprecherin. Weil sie Koloniebrüter sind, sollten stets mehrere Nester nebeneinander unter dem Dachüberstand hängen.

Wer Mehlschwalben ein neues Zuhause geben will, kann sich an den Burgdorfer Nabu-Experten Bernd Rose unter der Telefonnummer (0 51 36) 8 12 65, wenden. Bei ihm gibt es die Schwalbennester. Übrigens werden Naturfreunde, die ihr Gebäude für den Schwalbenschutz zur Verfügung stellen, laut Schäfer mit der neugeschaffenen Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ vom Nabu ausgezeichnet.

 

19. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Den Fledermäusen ganz nah

Expertin bringt zu ihrem Vortrag beim Nabu in Burgdorf lebende Tiere mit und verspricht spannende Erkenntnisse über die fliegenden Säuger

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Auf Augenhöhe mit den nachtaktiven Fliegern: Naturfreunde können beim Vortrag der Tierärztin Renate Keil echte Fledermäuse erleben.
FOTO: PRIVAT

 

Von Stefan Heinze und Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Der Nabu-Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze erwartet die ausgewiesene Fledermauskennerin und Tierärztin Renate Keil zu einem öffentlichen Vortrag. Und die Expertin, die das BUND-Fledermauszentrum in Hannover leitet, wird nicht allein kommen: Sie bringt einige der nachtaktiven und pfeilschnellen Flieger mit nach Burgdorf, sodass die Besucher die Tiere aus nächster Nähe beobachten können. „So lassen sich die vielleicht letzten Vorurteile gegenüber den Fledermäusen beseitigen“, schreibt Margret Schäfer vom Nabu-Ortsverband in ihrer Ankündigung.

Die Tiere, die Keil mitbringt, wurden handaufgezogen und sind an Menschen gewöhnt. Für sie bedeute es daher keinen Stress, aus der Nähe betrachtet zu werden, versichert Keil. In dem seit 2012 bestehenden Fledermauszentrum setzen sich Ehrenamtliche für den Erhalt der fliegenden Säugetiere ein. In einer Krankenstation werden verletzte Tiere gesund gepflegt und danach wieder in die freie Natur entlassen.

Der hiesige Nabu engagiert sich ebenfalls seit vielen Jahren für die Fledermäuse. So hat er Winterquartiere und Kinderstuben für die bedrohte Tierart geschaffen. Darüber hinaus bieten die vielen Wasserflächen rund um Burgdorf und Uetze hervorragende Jagdreviere vor allem auch für die Wasserfledermäuse. Mindestens einmal im Jahr lädt der Nabu auch zu einer Fledermaus- Exkursion in der Abenddämmerung ein. Das Ziel ist dann das Spreewaldseengebiet.

Die hannoversche Wissenschaftlerin Keil wird in ihrem bilderreichen Vortrag mehrere Fledermausarten und spannende Details über die Lebensweise heimischer, aber auch tropischer Fledermäuse vorstellen. Keil wird zudem über die Gefährdung dieser einzigartigen, streng geschützten Tiere berichten und mögliche Schutzmaßnahmen erläutern. „Mit Sicherheit werden die Zuhörer Fledermäuse danach mit anderen Augen betrachten“, verspricht Schäfer.

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Jugendhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei.

 

18. März 2018 - Neue Woche Burgdorf

Die spannende Welt heimischer Fledermäuse

Fotoshow und handaufgezogene echte Fledermäuse

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Burgdorf (r/pa). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze veranstaltet am Donnerstag, 22. März, einen Vortrag zum Thema Fledermäuse. Die Referentin Frau Dr. Keil ist Tierärztin und Leiterin des BUND-Fledermauszentrums in Hannover, das seit 2012 besteht, und in dem sich ehrenamtliche Mitarbeiter für den Erhalt der Fledermäuse und ihrer Habitate einsetzen.

In einer Krankenstation werden dort verletzte Fledermäuse gesund gepflegt und danach wieder in die Natur freigelassen. In dem Vortrag werden unsere heimischen Fledermäuse vorgestellt und spannende Details über die Lebensweise der heimischen, aber auch tropischen Fledermäuse berichtet. Die Gefährdung dieser einzigartigen, streng geschützten Tiere und unsere möglichen Schutzmaßnahmen werden erklärt - und die vielleicht letzten Vorurteile werden einige lebende Exemplare als Botschafter in eigener Sache sicherlich beseitigen. Diese zutraulichen Tiere, die bald ausgewildert werden können, wurden handaufgezogen - für sie bedeutet es keinen Stress, bei der Veranstaltung aus der Nähe gezeigt zu werden, da sie an Menschen gewöhnt sind. Mit Sicherheit werden die Zuhörer Fledermäuse danach mit anderen Augen betrachten! Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Haus der Jugend in Burgdorf (Sorgenser Str. 30). Der Eintritt ist frei.

 

17. März 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Fledermäuse – ganz nah

Tierärztin zeigt beim NABU-Vortrag lebende Tiere

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Werden in der Feldermausstation in Hannover aufgepeppelt: Eine Zwergfledermaus mit ihrem Jungen.
Foto: privat / Keil

 

BURGDORF (tob). Fledermäuse nicht nur auf Bildern anschauen, sondern sie auch hautnah erleben – dieses besondere Erlebnis bietet die Tierärztin Renate Keil. Auf Einladung des Naturschutzbundes (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze hält sie am Donnerstag, 22. März einen Vortrag über die Tiere. Dieser beginnt um 19.30 Uhr im Burgdorfer Haus der Jugend, Sorgenser Str. 30. Der Eintritt ist frei.

Renate Keil ist Leiterin des BUND-Fledermauszentrums in Hannover. Seit 2012 setzen sich dort ehrenamtliche Mitarbeiter für den Erhalt der Fledermäuse und deren Lebensraumes ein. In einer Krankenstation werden verletzte Tiere aufgepeppelt und wieder in die Natur entlassen.

In dem Vortrag stellt Keil die bei uns heimischen Arten vor. Sozusagen als lebende Botschafter in eigener Sache bringt die Tierärztin einige lebende Exdemplare mit. Diese Tiere wurden nach ihrer Aussage von Hand aufgezogen und sind sehr zutraulich. Sie werden in Kürze wieder ausgewildert. Wichtig ist der Tierärztin der Hinweis, dass ihr Auftritt in der Veranstaltung „für sie keinen Stress bedeutet, da sie an Menschen gewöhnt sind.“

 

12. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu bereitet Schutzzaun für Kröten vor

Helfer bauen an Straße Ramlingen-Engensen Absperrung auf / Familie Hein sammelt die Tiere ein

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Nabu-Vorstandsmitglied Bernd Rose (links) und Dagmar Hartmann, Betreuerin der Nabu-Jugendgruppe, stellen an der Kreisstraße Ramlingen-Engensen einen Krötenzaun auf.
FOTO: SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Ramlingen. Wenn das Wetter so mild bleibt, beginnt in wenigen Tagen die Krötenwanderung. Damit die Tiere auf ihrem Weg zum Teich am Waldbad auf der Kreisstraße Ramlingen- Ehlershausen nicht unter die Räder kommen, haben ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbunds (Nabu) am Wochenende auf der nördlichen Straßenseite – im dortigen Wald haben viele der wechselwarmen Tiere ihren Winterschlaf gehalten – einen Auffangzaun aufgestellt.

„In jedem Frühjahr wandern Amphibien aus dem Wald auf der Nordseite der Kreisstraße zu einem Tümpel hinter der Badeanstalt. Da wollen sie ablaichen“, sagte Bernd Rose, Vorstandsmitglied der Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte.

Wenn es nachts wärmer als vier Grad sei, machten sich die Kriechtiere auf dem Weg. „Je wärmer, umso besser“, sagte Rose. Ideal sei, wenn es auch noch regne. „Dann gibt es kein Halten mehr.“ Von Friedrich-Wilhelm Schiller Wenn die Kröten und Frösche auf ihrer Wanderung an dem Zaun angelangt seien, liefen sie an dem für sie unüberwindlichen Hindernis entlang und fielen irgendwann in einen der Eimer, die die Helfer dort in den Boden eingelassen haben, erläuterte Rose die Schutzvorrichtung. Die Familie Hein aus Ehlershausen leere jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr die Eimer und bringe die eingesammelten Amphibien zum Teich hinter dem Waldbad. „Das sind überwiegend Erdkröten“, weiß Rose.

Vor zehn Jahren hat der Nabu erstmals den Krötenzaun in Nähe des Waldbads aufgestellt. Einwohner hätten damals den früheren Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski angerufen und berichtet, dass dort immer mehr Kröten überfahren würden, sagte Rose. Die Anrufer hätten gefragt, ob der Nabu nicht etwas dagegen unternehmen könne.

Die Zahl der eingesammelten Amphibien schwankt von Jahr zu Jahr. 2011 haben Klaus-Dieter und Marianne Hein 382 Amphibien zum Laichgewässer getragen. 2012 waren es nur 272. 2015 schnellte die Zahl auf 538 hoch. Ein Jahr später sammelten die Heins nur 367 Kriechtiere ein. 2017 waren es 417. „Wir wissen nicht warum, die Zahl schwankt“, sagt Rose. Das zu ergründen, könnte vielleicht einmal ein Forschungsprojekt für Studenten sein.

Am Ortsrand von Ramlingen steht der einzige Krötenzaun im Stadtgebiet. Es ist auch die einzige größere Straße, die die Amphibien im Frühjahr überwinden müssen. Rose wünscht sich deshalb, dass auf der Nordseite der Kreisstraße, dort wo die Tiere auch ihren Winterschlaf halten, ein Teich angelegt wird. Im Laufe der Jahre würden die Tiere dieses Laichgewässer aufsuchen, sodass der Krötenschutzzaun dann nicht mehr erforderlich wäre.

 

03. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wie die Biberratte unsere Flussufer erobert

Naturfilmer Joachim Laube ist zu Gast beim Nabu-Abend im StadtHaus

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An zahlreichen Flüssen in der Region Hannover – hier die Leine bei Bordenau – haben sich die Biberratten, auch Nutrias genannt, angesiedelt und fühlen sich längst heimisch.
FOTO: KIEL

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt für Freitag, 9. März, zu seinem traditionellen Nabu-Abend ein. Die Veranstaltung ist eine Mischung aus gemeinsamem Schmausen, gemütlichen Gesprächsrunden und Informationen rund um die Natur. Diesen Part übernimmt diesmal der Hänigser Naturfilmer Joachim Laube. Er zeigt seinen Film „Einwanderer wider Willen – ein Nager erobert Deutschland“.

Star des Films ist die Biberratte, auch Nutria genannt. Die durchaus possierlichen Tiere, die oft mit Bibern verwechselt werden, sind längst auch in der Region Hannover heimisch. Der Lebensraum der Vegetarier sind vor allem die Flussufer, in die sie ihre Wohnhöhlen bauen. Dabei richten die Tiere oft erheblichen Schaden an den Uferböschungen an. Das ist auch der Grund, warum sie nicht überall willkommen sind. Und in manchen Teilen Deutschlands sogar temporär bejagt werden. Die Heimat der Biberratte ist Südamerika. In den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurden sie in großem Stil nach Europa eingeführt – für die Pelztierfarmen. Von dort aus entkamen viele Tiere oder wurden ausgesetzt und verbreiteten sich dann rasch.

Naturfilmer Laube ist bei seinen Streifzügen in der Natur stets mit leichtem Gepäck unterwegs. Eine kombinierte Foto- und Filmkamera mit Richtmikrofon auf ein Stativ montiert ist alles, was er braucht. Die Biberratte hat der Hänigser unter anderem an der Erse beobachtet.

 

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Joachim Laube ist bei seinen Streifzügen durch die Natur mit leichtem Gepäck unterwegs.
FOTO: WULF-DETTMER

 

24. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Welcher Vogel wohnt denn hier?

Schüler der Prinzhornschule kontrollieren zusammen mit dem Nabu selbst gebaute Nistkästen

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Vorsichtig angeklopft bei Familie Vogel: Mit Zange und Spachtel öffnet Laura den Nistkasten.
FOTO: BEIGEL

 

Von Laura Beigel

Burgdorf. Wer in diesen Tagen am frühen Morgen durch den Burgdorfer Stadtpark geht, kann von überall her schon die verschiedenen Gesänge der Singvögel hören. Manchmal etwas schrill, aber immer gut gelaunt klingt das Vogelgezwitscher, sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die kahlen Äste der Bäume scheinen. Der Gesang von Kohlmeise, Spatz, Buchfink und anderen Artgenossen soll die Weibchen anlocken, die im Frühling anfangen zu brüten. Daher sind auch schon viele heimische Vogelarten auf der Suche nach geeignetem Material für den Nestbau.

Der Naturschutzbund (Nabu) hatte zusammen mit Schülern der Prinzhornschule im vergangenen Jahr zehn Nistkästen für die Vögel aufgehängt. Die hölzernen Kisten hatten die Schüler bunt verkleidet mit sogenanntem Décopatch-Papier sowie einem wetterfesten Speziallack bestrichen. In dieser Woche wurden die Kästen, die rund um den Spittaplatz verteilt sind, nun von den Teilnehmern der Aktion kontrolliert und gesäubert. Die Bilanz: Die Schüler fanden sieben Meisennester, einen Nestrohbau und zwei leere Kästen vor.

„Burgdorf ist ein absolutes Meisenrevier“, erläuterte Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt. „Meisen bauen jedes Jahr ein neues Nest. Wenn wir die jetzigen Nester nicht herausnehmen, ist die Hütte bald voll“, führte er weiter aus. Mithilfe einer Zange und eines Spachtels öffneten die Schüler daher die Nistkästen und entnahmen die Brutstätten, die die Vögel aus Gras und Tier- beziehungsweise Menschenhaaren gebaut hatten.

Neugierig lauschten die Mädchen und Jungen den Erklärungen Schmidts, der bereits an sechs Schulen und 17 Kindergärten Brutkästen aufgehängt hat. „Wir möchten Kinder und Schüler für die Natur begeistern“, sagt der Nabu-Vertreter. „Getreu unserem Motto: Was ich nicht kenne, kann ich nicht beschützen.“

 

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Beachtliche Leistung: Mit Gras und Tierhaaren haben die Vögel vergleichweise große Nester gebaut.
FOTO: BEIGEL

 

24. Februar 2018 - Marktspiegel Burgdorf

„Unsichtbare“ Rotorblätter töten Fledermäuse und Greifvögel

Vortrag im Burgdorfer Haus der Jugend

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Getötete Fledermaus am Fuß einer Windkraftanlage.
Foto: privat / Holger Klinkert

 

Altkreis (r/tob). Weht der Wind kräftig, dann drehen sich die Rotorblätter von Windkraftanlagen schnell und „werden für Tiere unsichtbar“, erklärt der Sehnder Diplom-Biologe Holger Klinkert. Die Folge: Fledermäuse und Greifvögel werden im Flug von den Rotorblättern erfasst und getötet.

Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze hat Klinkert als Referenten für einen Vortragsabend über den Ausbau der Windenergie in Niedersachsen am Donnerstag, 1. März, eingeladen. Er wird in seinem Vortrag die Problematik erläutern, und an Beispielen und Fotos zeigen, wie sich die Begegnung von Windrädern mit den betroffenen Tierarten auswirkt. Die schlaggefährdeten Arten werden vorgestellt und die wissenschaftlichen Untersuchungen und Methoden, die eine Abwendung des Unfalltodes herbeiführen sollen, werden kritisch gewürdigt.

Planungsinstrumente und die Beteiligung der Öffentlichkeit, ebenso wie die Interessen der Windenergieprojektierer und die von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten werden diskutiert“, heißt es in einer Pressemitteilung des NABU.

Außerdem wollen die Umweltschützer im Rahmen der Veranstaltung aufzeigen, wie Interessierte am Fledermausund Vogelschutz aktiv mitwirken können. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in Burgdorf im Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei.

 

17. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zu Fachvortrag kommen mehr als 100 Zuhörer

Naturschutzbund setzt sich für das Rebhuhn ein / Nahrung und Brutplätze fehlen

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Andrang in der Alten Schlosserei: Dem Vortrag von Werner Beeke folgen mehr als 100 Zuhörer.
FOTO: EGGERS

 

Von Katja Eggers

Lehrte. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze will den Schutz des stark gefährdeten Rebhuhns vorantreiben. Zu einem Fachvortrag in der Alten Schlosserei sind am Donnerstagabend mehr als 100 Zuhörer erschienen. „Das zeigt, dass das Thema auf großes Interesse stößt“, sagte Nabu-Beisitzer Bodo Kutzke. Unter den Zuhörern seien Naturinteressierte, Jäger und Landwirte gewesen. Die Politiker hätte er trotz mehrfacher persönlicher Einladung jedoch an einer Hand abzählen können, von den Grünen sei überhaupt niemand da gewesen. „Da bin ich sehr enttäuscht“, so Kutzke. Der Nabu wolle beim Thema Artenschutz gerade auch die Politik ins Boot holen.

Dass es um das Rebhuhn derzeit sehr schlecht steht, machte der Forscher und Diplom-Biologe Werner Beeke in einem Vortrag deutlich. Der Bestandsrückgang in Deutschland habe in den vergangenen Jahren 84 Prozent betragen. Unter anderem fehle es dem Rebhuhn an Insekten und Brutplätzen. „Dort müssen wir Menschen in der Landschaft etwas verändern“, betonte Beeke. Sinnvoll sei es, künftig den Lebensraum des Rebhuhns aufzuwerten. „Wir müssen mehr Biotope schaffen, erhalten und Wegeseitenränder pflegen.“

 

14. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Vom Allerweltsvogel zur bedrohten Art

Nabu lädt zu Filmvortrag in die Städtische Galerie Lehrte ein / Im Anschluss ist auch eine Diskussion geplant

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20 Prozent des deutschen Rebhuhnbestandes sind in Niedersachsen heimisch.
FOTO: PRIVAT

 

Von Sandra Köhler

Lehrte. Der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt für morgen zu einem Filmvortrag ein, bei dem es um eine gefährdete Art geht – das Rebhuhn. Alle Naturinteressierten können sich über den Schutz der Vogelart in der Region Hannover informieren. Der Vortrag in der Städtischen Galerie, Alte Schlosserei 1, beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Diskussion soll sich anschließen.

Gezeigt wird zuerst der Film „Über-Leben Rebhuhn“ des Tierfilmers Andreas Winkler. Danach spricht der Diplom-Biologe und Rebhuhnforscher Werner Beeke von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen über die dramatischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, in denen der Bestand des Rebhuhns in Niedersachsen stark eingebrochen ist. War das Rebhuhn früher ein Allerweltsvogel, steht es aktuell als „stark gefährdet“ auf der niedersächsischen Roten Liste der bedrohten Arten.

Rebhühner sind meist an Feldrändern zu beobachten. Sie können schnell laufen, aber auch niedrig über dem Boden fliegen. Bei Gefahr drücken sich die Vögel flach auf den Boden und sind dann gut getarnt. Die Weibchen bauen ihr Nest als Mulde am Boden – bevorzugt in guter Deckung an Feldrainen, Wegund Grabenrändern. Die Jungvögel ernähren sich von Insekten, Altvögel meist von pflanzlicher Nahrung.

Weil etwa 20 Prozent des gesamtdeutschen Rebhuhnbestandes in Niedersachsen heimisch sind, kommt dem Bundesland eine besondere Verantwortung beim Schutz der Tiere zu. Um den Bestand zu sichern, müsse der Lebensraum aufgewertet werden, betont der Nabu. Bei der Diskussion in Lehrte soll es auch darum gehen, ob in der Region Hannover Vorrausetzungen geschaffen werden können, um den negativen Trend in Sachen Rebhuhn zu stoppen.

 

10. Februar 2018 - Marktspiegel Lehrte

Allerweltsvogel in Gefahr

NABU-Ortsgruppe lädt zu einem Info-Abend mit Vortrag und Film über Rebhühner ein

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Früher war es ein Allerweltsvogel, heute steht das Rebhuhn als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste Niedersachsen.
Foto: NABU/Kerstin Kleinke

 

LEHRTE (r/fh). Wie und wo leben Rebhühner in der Region Hannover, welche Bedürfnisse haben sie und wie können sie geschützt werden? Mit einem Dokumentarfilm und einem Vortrag will der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze über die Vogelart informieren und zur Diskussion anregen. Am Donnerstag, 15. Februar, zeigt der Verein den Film „Über-Leben Rebhuhn“ des Tierfilmers Andreas Winkler. Im Anschluss hält der Rebhuhnforscher Werner Beeke Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen einen Vortrag. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Städtischen Galerie, Alte Schlosserei 1, in Lehrte. Der Eintritt ist frei. sie richtet sich an Jäger, Politiker, Landwirte und alle naturinteressierten Bürger. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Rund ein Viertel aller Rebhühner in Deutschland leben in Niedersachsen. Daraus ergebe sich für das Land eine besondere Verantwortung zum Schutz der Feldvogelart, betont der NABU.

Denn der Bestand sei in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch eingebrochen, sodass der frühere Allerweltsvogel heute als „stark gefährdet“ auf der Niedersächsischen Roten Liste steht.

 

01. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wieso mögen Bienen Schnecken?

Nabu lädt zum Vortrag für Kinder

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Eine Sandbiene sammelt Pollen – hier auf der Blüte des Gemswurz.
FOTO: PRIVAT

 

Burgdorf. Einen kindgerechten Vortrag über das Leben der Bienen plant der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte und Uetze für Sonnabend, 10. Februar: So sehen die Teilnehmer ab sieben Jahren zunächst in einem spielerischen, interaktiven Vortrag einige Großaufnahmen von Bienen, die Nahrung sammeln und ihr Nest bauen. Dabei beantworten die Fachleute Fragen wie: Warum mögen einige Bienen auch Schneckenhäuser? Warum schneiden Blattschneiderbienen eigentlich Blätter? Und was sind Kuckucksbienen? „Am Ende werden die Kinder vieles über das Leben und den Lebensraum der Bienen erfahren haben“, kündigt Nabu-Kindergruppenleiter Hans-Jürgen Sessner an und fügt hinzu, dass die Jungen und Mädchen ihr Wissen abschließend in einem virtuellen Rundflug testen können.

Den besonderen Vortrag begründet Sessner damit, dass die kommenden Generationen von dem Verschwinden der Bienen betroffen sein werden. Deshalb gehe der Nabu mit dem Thema nun an die Öffentlichkeit – zumal ein Vortrag über die Wildbienen im Herbst eine große Resonanz erfahren hatte. Übrigens sind am 10. Februar auch die Eltern willkommen.

Die etwa zweistündige Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im JohnnyB., Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei. Interessierte sollten sich vorab bei Sessner per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf- uetze.de oder unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 anmelden. bis

 

15. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Gemeinde will Insektenschutz verbessern

Förderung der biologischen Vielfalt als kommunaler Schwerpunkt vorgesehen / Verwaltung soll Einwohner und Betriebe beraten

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Zurzeit steht fast die ganze Kieskuhle bei Wackerwinkel unter Wasser. Im Frühjahr sind die Tümpel in diesem Bereich wertvolle Laichgewässer für Amphibien.
Foto: Schiller

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Der dramatische Insektenschwund in Deutschland hat die Kommunalpolitiker alarmiert. Nach dem Willen der Ratsmitglieder soll sich die Gemeinde Uetze nun einer neuen Schwerpunktaufgabe im Umweltbereich widmen: Das Hauptaugenmerk soll nicht mehr auf dem Klimaschutz, sondern auf der Biodiversität, also dem Erhalt der biologischen Vielfalt, liegen.

CDU-Fraktionschef Dirk Rentz weist darauf hin, dass nach einer Langzeitstudie die Insektenpopulation in Deutschland seit 1989 um 76 Prozent zurückgegangen ist. „Wir haben kaum noch Wildbienen“, klagt Rentz. Er unterstreicht die Bedeutung von Insekten bei der Bestäubung: „Nicht nur Honigbienen bestäuben Blüten.“ Zudem ernährten sich Vögel von Insekten. Weil es aber immer weniger gebe, gehe auch der Vogelbestand stark zurück.

Der Rat ist einstimmig Rentz’ Antrag gefolgt, dass die Verwaltung Landwirte, Betriebe und Einwohner beraten und unterstützen soll, wie sich die Lebensbedingungen für Insekten und Vögel verbessern lassen. „Es ist eine kommunale Aufgabe, die Bürger mitzunehmen und zu informieren“, meint Rentz. So könne der Umweltsachbearbeiter der Gemeinde etwa Hausbesitzern Tipps für deren Garten geben. Gartenbesitzer könnten zum Beispiel an einer Stelle Totholz liegen lassen, Sträucher pflanzen oder einen Busch verwildern lassen. Ziel müsse sein, viele kleine ökologische Nischen zu schaffen, damit sich Insekten wieder verbreiten können.

„Wir fangen nicht bei null an“, stellt Rentz klar. So habe die Gemeinde schon in den Neunzigerjahren Hecken gepflanzt. Der SPDRatsherr und Regionsabgeordnete Jürgen Buchholz macht darauf aufmerksam, dass der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander in den vergangenen Jahren den Anstoß zu mehreren Projekten gegeben hatte, die die Region Hannover mit Geld aus dem Topf Biodiversität gefördert hat. Buchholz hat nun bei der Region nachgefragt, ob nicht ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde in Uetze einen Vortrag über die Biodiversitätsstrategie der Regionsverwaltung halten könne.

Laut Zander hat der Naturschutzbund (Nabu) zum Beispiel mit Geld aus dem Fonds der Region eine Grundräumung der Tümpel in der Kieskuhle in Wackerwinkel vornehmen lassen, damit sie wieder wertvoller als Laichgewässer für Amphibienlaich werden. Der Nabu habe auch drei Teiche westlich der Spreewaldallee angelegt, damit die Kröten nicht zum Laichen über die Allee wandern müssen. Die Gemeinde habe zudem Obstbäume am Verbindungsweg von Hänigsen und Obershagen gepflanzt. „Eine ganz große Aktion hatten wir im Naturschutzgebiet Düvelskamp“, berichtet Zander. Da habe die Region selbst auf seinen Vorschlag hin aus dem Hochmoor Sträucher entfernt und am Rand Birken und Kiefern gefällt, damit die Stäucher und die Bäume dem Moor nicht länger Wasser entziehen.

 

15. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu liefert Reisig für Besenbinder

Arbeitseinsatz an Amphibienteichen

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Besenbinder Leo Beigel freut sich über die Birkenzweige vom Nabu- Gelände.
Foto: Schiller

 

Burgdorf. Das fügt sich: Dem Naturschutzbund (Nabu) gefallen die Birken am Ufer seiner beiden Tümpel zwischen Burgdorf und Immensen überhaupt nicht, und Hobbybesenbinder Leo Beigel ist stets auf der Suche nach Birkenzweigen für seine Reisigbesen. So hat Beigel beim Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt nachgefragt, ob er die Zweige haben könne, die beim Arbeitseinsatz auf dem Teichgrundstück anfallen – und Schmidt stimmte sofort zu.

„Das ist ideales Material zum Besenbinden“, sagte Beigel am Sonnabend zu den gut 20 Helfern, bevor diese die Birken, Erlen, Kiefern, Weiden und Eichen am Ufer mit Motorsägen und Astscheren abholzten. Die Helfer schichteten das Baumholz am Tor des Grundstücks zu großen Haufen auf, damit Beigel es sich nach und nach je nach Bedarf abholen kann.

Die beiden Tümpel waren beim Bau der Ortsumgehung als Ausgleichsmaßnahme angelegt worden. Der Nabu hat die Pflege übernommen, weil sie Laichgewässer für Amphibien sind. Er hat sich vertraglich verpflichtet, das Grundstück von Gehölzen frei zu halten, damit die Wasserflächen nicht beschattet werden und als Laichbewässer erhalten bleiben. Nach den Worten von Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner, dessen Gruppe in erster Linie für die Pflege des Grundstücks verantwortlich ist, legen in den Tümpeln die seltenen Laubfrösche und Kreuzkröten ihren Laich ab. Natürlich treffe man auch Grasund Wasserfrösche sowie Erdkröten an.

„Jede Menge Libellen kommen hier vor“, ergänzte der Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt. Sie seien Froschfutter. Ebenso seien Köcherfliegen an den beiden Tümpeln heimisch. fs

 

03. Januar 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Von Sommer- und Wintervögeln

NABU veranstaltet Neujahrsspaziergang zum Thema Mauersegler und eine große Zählaktion für Gartenvögel

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Beim ersten Stopp erklärte Ernst Schmidt der Gruppe wie Mauersegler „ticken“ und die Burgdorfer „Nordstraße“ zu einem „El Dorado“ für die flinken Flieger.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). Zum mitternächtlichen Jahreswechsel hatten viele Burgdorfer Feuerwerksböller und -raketen sowie ungezählte Sektkorken knallen lassen, um 2018 frohgelaunt willkommen zu heißen. Wenige Stunden danach fanden sich 50 Bürger auf dem Schützenplatz zusammen, um mit Ernst Schmidt vom NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze an frischer Januarluft spazieren zu gehen. Der beliebte NABU-Neujahrsspaziergang „Von elf bis halb eins“ hat schon eine lange Tradition und trat seine Runde am vergangenen Montag unter der Themenüberschrift „Mauersegler“ an. Die Mauersegler (Apus apus) sind der Inbegriff des Sommers. Nur von etwa April/Mai bis Juli/August verweilt das Gros der Mauersegler in ihrer (Burgdorfer) Brutheimat. Nach vollendeter Brut ziehen die Mauersegler dann zurück nach Afrika.

Doch nicht nicht alle Vögel entfliehen dem kalten Burgdorfer Winter. Wenn die Mauersegler längst wieder in wärmeren Gefilden sind, schlägt die „Stunde der Wintervögel“. Unter diesem Motto ruft der NABU zusammen mit der Naturschutzjugend (NAJU) wieder zu einer großen Zählaktion auf. Vom 5. bis 7. Januar sind alle Interessierten dazu eingeladen, eine Stunde lang die Vögel in Park oder Garten zu zählen.

 

Wintervögel in Garten und Park

Naturschutzbund sucht Vogelzähler für bundesweite Aktion vom 5. bis 7. Januar

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Schau eine kleine Haubenmeise. Der NaBu ruft zur Zählung der Wintervögel auf.
Foto: NABU

 

BURGDORF/REGION (r/fh). Wer sich für die Burgdorfer Vogelwelt interessiert, sollte sich zwischen dem 5. und 7. Januar eine Stunde Zeit nehmen und sich ein ruhiges Beobachtungsplätzchen suchen. Der Naturschutzbund (NABU) und die Naturschutzjugend (NAJU) rufen zum achten Mal zur der bundesweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ auf.

Die Aktion funktioniert ganz einfach: Naturfreunde können eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und anschließend dem NABU melden. Von einem ruhigen Platz aus notieren sie für jede Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/ aktionen/sdw/ bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer (0800) 1157115 geschaltet.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Eventuell können aber auch vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle gemeldet werden. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren“, sagt Philip Foth, Pressereferent des NABU Niedersachsen. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abzugleichen, hofft der NABU auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2017 beteiligten sich bundesweit mehr als 120.000 Menschen. Mehr als 2,9 Millionen Vögel aus über 84.000 Gärten wurden gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Amsel Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlmeise, Feldsperling und Blaumeise.

Nun erhoffen sich NABU und NAJU auch im Jahr 2018 wieder eine rege Beteiligung. „Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller und aussagekräftiger werden die Ergebnisse“, so Philip Foth. Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ist es für NABU und NAJU bei dieser Aktion ebenso wichtig, die engagierten Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel zu motivieren.

 

Mauersegler lieben und leben in der Luft

Beim NABU-Neujahrsspaziergang informieren sich 50 Burgdorfer über den besonderen Vogel

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äheres zu den Gewohnheiten und dem Bestand der Vögel in Burgdorf erläuterte Ernst Schmidt (Mitte) anhand von zwei Mauersegler-Präparaten.
Foto: Geor Bosse

 

„BURGDORF (gb). „Der Mauersegler ist ein ganz besonderer Vogel“, machte Ernst Schmidt vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze auf das Thema des diesjährigen Neujahrsspaziergangs neugierig, bevor sich die Gruppe in Richtung „Nordstraße“ in Bewegung setzte. Die zierlichen Vögel eilen mit schnellem Flügelschlag und zwischenzeitlichem Gleitflug durch den sommerlichen hellen Abendhimmel, um hoch oben schwirrende Insekten, wie Mücken, Schwebfliegen, Spinnen und geflügelte Blattläuse zu jagen. Sie sind extrem an ein Leben in der Luft angepasst. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich für etwa zehn Monate nahezu ohne Unterbrechungen in der Luft auf. Auch die für die Fortpflanzung erforderliche Begattung erfolgt nach einer Flugbalz in der Luft („on the wing“).

Aber wie auch alle anderen Vögel sind diese vollendeten Flieger auf feste Brutplätze angewiesen. Beim Übergang vom Fels- zum Gebäudebrüter wurden Mauersegler zu Kulturfolgern, die heute in Deutschland und Europa vorzugsweise in Steinbauten, wie Wohnhäuser, Kirchtürme oder Fabrikgebäude, brüten. Dazu werden vielerlei (kleine) Hohlräume unter den Dächern genutzt.

Haben die Mauersegler lange Zeit von der Urbanisierung profitiert, so stellen heute die vorherrschenden Baustile ein Problem für sie dar. Isolierte Gebäude und moderne Fassaden bieten immer weniger geeignete Nischen und sie finden kein „Dach mehr über dem Köpfchen“.

„Mauersegler kehren immer wieder zu ihren alten Nistquartieren zurück. Weil die Segler zu den Arten zählen, deren Nistplätze unter naturschutzrechtlicher Obhut stehen, ist jeder Bauherr verpflichtet, die Einflugmöglichkeiten für eine bestehende Population zu erhalten.

Zuwiderhandlungen können strafrechtlich verfolgt werden“, erklärte Schmidt, der die Burgdorfer „Nordstraße“ als ein „Eldorado“ für Mauersegler bezeichnete.

Die flinken Vögel hinterlassen auf den Fassaden kaum Schmutz, da sie sich ohnehin nur gut drei Monate am Brutplatz aufhalten. Sie nutzen den Insektenreichtum der warmen Monaten. Sollten sie jedoch wegen einer Kaltfront nicht genügend Nahrung finden, begehen hauptsächlich nichtbrütende Mauersegler „Wetterflucht“.

Sie fliegen bis zu 2000 Kilometer in wärmere Gefilde, um sich mit Nahrung für sich und ihre Brut zu versorgen. Während ihrer Abwesenheit überdauern die Jungvögel in einer Art Hungerschlaf.

 

02. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Dem Mauersegler auf der Spur

Ernst Schmidt vom Naturschutzbund zeigt Interessierten den Lebensraum der besonderen Vögel

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54 Naturfreunde begleiten Ernst Schmidt (mit blauem Schirm) auf der Neujahrswanderung.
Foto: Bismark

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Eine kleine Spalte unterm Dach, ein künstliches Nest unterm First oder in Thermoputz eingelassene Einflugschneisen: Mit diesen kleinen Hilfen können Hausbesitzer dafür sorgen, dass der Lebensraum der Mauersegler erhalten bleibt. Beim Neujahrsspaziergang zeigte Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) am Montagmittag insgesamt 54 Naturfreunden positive und negative Beispiele an Gebäuden, denn: „Wenn wir dem Mauersegler kein Domizil mehr bieten, wird die Population schnell sinken“, sagte Schmidt.

Die Gruppe mit Teilnehmern aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Hänigsen startete ihre Tour traditionell auf dem Schützenplatz – und legte den ersten längeren Stopp in der Nordstraße ein. Sie gilt in den Augen Schmidts als Eldorado der Mauersegler, bieten doch etliche Gebäude die notwendigen Voraussetzungen, dass der besondere Vogel dort ein Quartier findet. „Mauersegler haben so kurze Beine, dass sie nicht auf der Erde laufen können“, berichtete der Naturschützer. Ob die Tiere fressen oder schlafen: Ihr gesamtes Leben, mit Ausnahme der Brut, verlaufe im Flug.

Deshalb müssten die Einflugschneisen sich etliche Meter in der Luft befinden, und sie dürften nicht verdeckt werden. Schmidt erzählte dem wissbegierigen Publikum von einer Baustelle in Lehrte, die er aus diesem Grund einmal stillgelegt habe. Dort hatten Gerüstbauer das Gebäude mit einem Netz gesichert und damit die Flugbahn der Mauersegler gestört. Erst nachdem das Hindernis abgebaut war, gingen die Bauarbeiten weiter – unter den wachsamen Augen der Naturschützer.

„Wer ein Domizil, wissentlich oder unwissentlich, zerstört, der macht sich strafbar“, betonte Schmidt und verwies darauf, dass für beschädigte Quartiere stets ein Ersatz geschaffen werden müsse. „Während der Brutzeit dürfen die Nester überhaupt nicht angefasst werden“, sagte er. Dies müssten Hausbesitzer ebenso wie Handwerker, beispielsweise Dachdecker, wissen.

Immer wieder schauten die Teilnehmer die Dächer an, fanden alte Gebäude mit Brutmöglichkeiten, neue mit einer hermetisch versiegelten Hülle. Dass diese sich dennoch als Lebensraum eignen, zeigte Schmidt an der Zirntener Straße, wo sich besondere Stellen für Mauersegler im Thermputz befinden. Und damit jeder in Zukunft einen der Vögel erkennt, präsentierte Schmidt auch noch zwei präparierte Exemplare.

 

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Präparierter Mauersegler.
Foto: Bismark

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen