Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2018

 

29. August 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu befreit Teiche von Schlamm

 

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FOTO: ERHARD ZANDER

 

Der Naturschutzbund (Nabu) hat in der Schwüblingser Gemarkung die Lebensbedingungen für Amphibien und Libellen verbessert. Im Auftrag des Nabu hat eine Firma aus Hänigsen mit einem Bagger aus zwei Teichen, die der Nabu 1999 als Laichgewässer in der Nähe des Beerbusches angelegt hat, Faulschlamm und Breitblättrige Rohrkolben entfernt. „Der Rohrkolben hatte ein bisschen überhandgenommen“, sagt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander.

In den beiden Teichen laichen laut Zander Erdkröten, Grasfrösche, Kleine Wasserfrösche, Teichmolche und Moorfrösche. Verschiedene Libellenarten legen dort ihre Eier an Pflanzen wie Laichkräutern, Tausendblatt, Froschbiss, Pfeilkraut und Wasserschwaden ab.

Für die Grundräumung muss der Nabu 1000 Euro ausgeben. „Davon übernimmt die Region Hannover 90 Prozent aus dem Programm zur Erhöhung der Biodiversität“, berichtet Zander. fs

 

08. August 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Nächtlicher Besuch im Wohnzimmer

NABU informiert über das Einfliegen junger Fledermäuse / Sabine Bär berät vor Ort zu vielen Fragen rund um die nachtaktiven Tiere

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Ein Braunes Langohr im Flug fliegt durch Nachtkerzen.
Foto: NABU/Dietmar Nill

 

UETZE/BURGDORF (fh). Huch, was ist das? Eine Motte? Nein, viel zu groß! Ein bisschen unheimlich ist der Schatten im ersten Moment schon, der da plötzlich durchs Zimmer kreist. Doch im Schein der Lampe ist es dann gut zu erkennen: Eine Fledermaus hat sich durch das geöffnete Fenster in die Wohnung verirrt. Das sei Ende Juli und im August keine Seltenheit, sagt Ralf Berkhan vom NABU Niedersachsen. „Es sind meist unerfahrene Jungtiere, die beispielsweise ein gekipptes Fenster als Spaltenquartier missverstehen“, erklärt er. Allerdings sei Vorsicht geboten: „Wenn die Fenster nur auf Kipp stehen, kommen die Tiere ohne Hilfe oft nicht mehr hinaus.“ Fliegengitter könnten das Einfliegen von vornherein verhindern. Und falls es doch passiert? „Dann sollte man die Fenster vor allem zur Dämmerung ganz öffnen, damit die Tiere wieder hinausfinden“, rät Berkhan.

Schulung zum Fledermausbotschafter

Der Biologe aus Katensen koordiniert das NABU-Projekt „Fledermausbotschafter“, in dem Anfang des Jahres in ganz Niedersachsen 140 Interessierte geschult wurden. Eine von ihnen ist Sabine Bär aus Eltze. Sie ist schon seit langem beim Naturschutzbund und hat vor rund zehn Jahren an ihrem Haus ein Fledermausquartier entdeckt. Von da an war ihr Interesse geweckt. Um sich noch mehr für die nachtaktiven Tiere einzusetzen, hat sie an der Schulung zur Fledermausbotschafterin teilgenommen und fünf Tagesmodule zu den Themen Biologie und Ökologie von Fledermäusen, Praktische Artbestimmung, Artenschutzmaßnahmen, Rechtliche Grundlagen und Öffentlichkeitsarbeit absolviert. „Da habe ich jede Menge dazu gelernt“, resümiert sie. Mit ihrem neu erworbenen Wissen will sie jetzt den Fledermaus-Regionalbetreuer Bernd Rose aus Burgdorf unterstützen. So gebe sie beispielsweise Tipps für die Sanierung alter Häuser. „Viele achten nicht darauf, dass immer mehr Fledermausquartiere verschwinden, wenn alles abgedichtet wird“, bedauert Bär. Mit einfachen Mitteln ließe sich der ein oder andere Dachstein einsetzen, der Unterschlupf bietet. Auch bei der Pflege und Zählung der Winterquartiere will Bär helfen. Außerdem könne Bernd Rose sie beispielsweise anrufen, wenn jemand ein verletztes Tier entdeckt hat. „Vor allem im Uetzer Raum kann ich ihm einige Arbeit abnehmen“, sagt Bär.

Die Idee hinter dem Projektleiter

Genau aus diesem Grund hat der NABU Fledermausbotschafter ausgebildet. Denn die 70 Regionalbetreuer in ganz Niedersachsen sind mit der Vielzahl der Anfragen oft überlastet. „Gerade in den Sommermonaten, in denen die Jungtiere geboren und flugfähig werden, haben die Fledermausschützer alle Hände voll zu tun“, weiß NABU- Projektleiter Ralf Berkhan. Einige offizielle Aufgaben beispielsweise bei Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben dürfen weiterhin nur die Regionalbetreuer übernehmen, in vielen Dingen können sie jetzt aber Unterstützung von den Fledermausbotschaftern bekommen. Gefördert wurde die Schulung von der Niedersächsischen Bingo- Umweltstiftung. Von der Resonanz ist Berkhan begeistert: „Zu Beginn haben wir mit 90 Teilnehmern gerechnet. Dass wir nun mehr als 140 engagierte Fledermausbotschafter ausbilden konnten, übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem und freut uns riesig.“

Fledermausexkursionen

Der Fledermaus-Regionalbetreuer Bernd Rose bietet im August übrigens gleich drei Exkursionen im Altkreis an: Der erste Termin ist am Freitag, 10. August, in Lehrte. Treffpunkt ist um 20.15 Uhr auf dem Parkplatz Alter Friedhof an der Parkstraße. Dabei sollen die jagenden Wasserfledermäuse im Stadtpark Lehrte beobachtet werden. Am Freitag, 17. August, können sich Interessierte dann um 20 Uhr auf dem Parkplatz Spreewaldsee Uetze einfinden. Den Abschluss macht dann die Exkursion am Freitag, 24. August, in Burgdorf. Sie beginnt um 20.15 Uhr auf dem Parkplatz am Finanzamt, Vor dem Hannoverschen Tor 30. Von dort aus begibt sich die Gruppe zum Stadtparkteich.

https://niedersachsen.nabu.de/fledermausbotschafter.

 

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Sabine Bär hat sich zur Fledermausbotschafterin schulen lassen.
Foto: privat

 

04. August 2018 - Marktspiegel Burgdorf

"Bloß nicht anpusten"

Der NABU gibt Tipps für den Umgang mit Wespen und Hornissen sowie ihren Nestern

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„Von sich aus greifen Wespen eigentlich nicht an“, betont NABU-Experte Ernst Schmidt.
Foto: Pixabay

 

BURGDORF (fh). Wer sich bei der sommerlichen Hitze für Frühstück oder Abendbrot ein schattiges Plätzchen im Freien sucht, bekommt oft ungebetenen Besuch: Denn Obstkuchen, Saft und Grillfleisch locken nicht nur die Menschen, sondern auch Wespen an den Tisch oder die Picknickdecke. Kein Grund zur Panik – rät der NABU Niedersachsen. „Falls sich Wespen nähern, sollte man auf keinen Fall wild um sich schlagen, sondern die Wespen sanft wegschieben“, empfiehlt Matthias Freter vom NABU Niedersachsen.

Außerdem sei es sinnvoll, süße Speisen und Getränke im Freien abzudecken, und nicht aus offenen Flaschen zu trinken, sondern einen Strohhalm zu benutzen. Und noch einen wichtigen Tipp hat der Naturschützer parat: „Nicht anpusten!“ Denn das Kohlendioxid in der Atemluft sei ein Alarmsignal für die Tiere – aus Angst reagierten sie dann eventuell aggressiv, ebenso wie auf hektische Bewegungen.

Wespennester am Haus und im Garten

Schon einzelne Wespen beim Essen sind nicht besonders beliebt – ein Nest am Haus oder im Garten sorgt bei vielen erst recht für Unbehagen. Was also tun? „Am besten etwas Abstand halten und alles so lassen, wie es ist“, rät Ernst Schmidt, Wespen- und Hornissenberater vom NABU Burgdorf. Denn solange ihr „Zuhause“ nicht angegriffen werde, beispielsweise durch Erschütterung des Nests, verhielten sich die Tiere normalerweise friedlich.

Es sei jedenfalls der falsche Weg, selbst tätig zu werden beziehungsweise direkt die Feuerwehr oder einen Schädlingsbekämpfer zu rufen. „Es wenden sich noch immer viele an uns, weil wir lange Zeit Wespennester entfernt haben“, sagt Christian July, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. „Aber ohne Einwilligung des NABU machen wir da eigentlich gar nichts mehr, höchstens bei Gefahr im Verzug.“ Hornissennester dürften sowieso nur mit Genehmigung entfernt werden, weil sie unter besonderem Schutz stehen. „Ansonsten droht eine Geldstrafe“, so Schmidt.

NABU bietet individuelle Beratung an

Wer wegen eines Wespenoder Hornissennests verunsichert ist, kann sich direkt an Ernst Schmidt vom NABU wenden, unter der Telefonnummer (05136) 7918. Manchmal könne er die Anrufer schon am Telefon beruhigen, doch in den meisten Fällen fahre er raus, um sich die Situation vor Ort anzugucken. „Ich mache das alles ehrenamtlich, da geht schon viel Zeit bei drauf “, sagt Schmidt. Doch der Einsatz lohne sich: „Die meisten kann ich davon überzeugen, sich mit dem Wespen- oder Hornissennest zu arrangieren.“

Um ihnen die Angst zu nehmen, stelle er sich nah ans Einflugsloch. „Wenn die Tiere dann um mich herumfliegen oder sogar mit einem kleinen Looping ausweichen, ohne zu stechen, sind viele schon erleichtert“, so Schmidt. Er weiß auch, dass die Vorbehalte gegen Hornissen noch stärker sind als gegen Wespen. „Sie sind größer und brummen. Das wirkt auf viele bedrohlich“, erklärt Schmidt. Doch diese Angst sei unbegründet: Bei den Stichen gebe es keine wesentlichen Unterschiede. Und von sich aus würden weder Wespen noch Hornissen angreifen.

Und noch ein weiteres Argument hat der NABU-Experte auf seiner Seite: „Wespen und Hornissen nutzen ihre Nester nur eine Saison. Danach werden sie nie wieder bezogen.“ Größere Schäden an der Bausubstanz müssten Hausbesitzer nicht befürchten. „Entgegen eines verbreiteten Vorurteils fressen sich Wespen nicht durch Holz und Wände“, so der NABU-Experte. Lediglich verwittertes Holz könnten sie im Mikrometer-Bereich abnagen.

 

Was tun bei einem Wespenstich?

Wespenstiche führten bei normalgesunden Menschen – vom Kleinkind bis zum Greis – zu einer etwa zwei Tage lang druckempfindlichen Hautschwellung an der Einstichstelle und einem anfangs ziehenden Schmerz, bedeuteten aber keine weiteren Gesundheitsschäden. Zitronensaft oder eine halbe Zwiebel auf dem Stich könnten die Beschwerden lindern, rät Matthias Freter vom NABU Niedersachsen. Mit Kühlkissen ließen sich die Beschwerden weiter verringern.

Ein Sonderfall seien allerdings Menschen mit allergischen Reaktionen auf Wespenstiche. Bei Symptomen wie Ohnmacht, Schwindel, Übelkeit oder bei Stichen im Mund sollte umgehend ärztliche Hilfe geholt werden. Matthias Freter: „Betroffene erhalten Erste-Hilfe-Ausrüstungen und Medikamente von ihrem Arzt. Eine Wespenallergie lässt sich auch erfolgreich behandeln.“

 

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Bei einer Erschütterung ihres Nests fühlen sich Wespen angegriffen.
Foto: Pixabay

 

03. August 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kinder und Eltern buddeln für Schulgartenprojekt

Fläche an der Grundschule Immensen wird mit viel eigenem Einsatz und Hilfe von Experten neu gestaltet

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Kreativ im Grünen: Kinder und Eltern gestalten den Schulgarten an der Grundschule Immensen. Mehr Bilder unter haz.de/gartenprojekt
FOTO: PRIVAT

 

Von Maximilian Hett

Immensen. „Betrachtete man bisher unseren Schulgarten, sah man eine unstrukturierte Wiese, die nur schwer als Garten zu erkennen war“, sagt Daniela Schweer, Klassenlehrerin der zweiten Klasse an der Heinrich-Bokemeyer Grundschule in Immensen. Es habe sogar manch einen im Dorf gegeben, der überrascht von der Tatsache war, dass die Schule überhaupt einen Schulgarten hat. Doch jetzt wird dieser grüne Bereich nach und nach neu angelegt. Dazu haben sich Lehrerinnen, Eltern und ein Experte vom Naturschutzbund (Nabu) zusammengetan.

Gemeinsam haben sie ein Konzept für die Neugestaltung des Schulgartens entwickelt. „Wir haben beschlossen, die Eltern und den Förderverein der Schule mit in das Boot zu holen und in mehreren Terminen die Planung und praktische Umgestaltung anzugehen“, erklärt Christina Kloth, Vertreterin der Elternschaft. Erste Ideen und eine Skizze wurden bereits Ende vergangenen Jahres entworfen. Die Umsetzung musste witterungsbedingt jedoch bis zum Frühjahr 2018 warten. „Im Unterricht hatten die Kinder der zweiten Klasse in der Zwischenzeit schon damit begonnen, die vom Nabu bereitgestellten Samen für die Wildblumenwiese einzusäen und großzuziehen“, berichtet Klassenlehrerin Schweer.

Das jetzt erarbeitete Gartenkonzept beinhaltet vier separate Bereiche: den Gartenteich, einen Insektengarten sowie einen Gemüsegarten mit Hochbeet und das sogenannte grüne Klassenzimmer mit drei selbst gebauten Sitzbänken auf einer Wildblumenwiese. „Unser Ziel war es, den Schulgarten möglichst pflegeleicht, aber trotzdem lehrreich zu gestalten“, meint Elternvertreterin Kloth. „Neben mehr essbaren Pflanzen wird nun auch Lehrmaterial in Form von kindgerechten Informationstafeln im Schulgarten vorhanden sein“, ergänzt sie.

Bei Schulleiterin Birgit Rieger kommt das Engagement aller Aktiven gut an. „Es ist toll zu sehen, wie viel hier in einer Gemeinschaftsaktion an zwei Sonnabenden schon geschaffen wurde“, lobt Rieger. „Unser Dankeschön als Schule gilt allen Beteiligten für ihren Einsatz sowie den Spendern und dem Förderverein, die es möglich gemacht haben, dieses nachhaltige Projekt für uns umzusetzen.“

Auch die Schüler haben spürbar Spaß an dem Projekt. „Nach den Sommerferien wollen wir die Kräuterschnecke zu Ende bauen“, erzählt Cara (8). Jona (8) und Linus (9) wollen dann helfen, die restlichen Informationstafeln im Schulgarten aufzustellen. „Das Arbeiten hat richtig Spaß gemacht“, finden die beiden Hobbyhandwerker und -gärtner.

„Auch künftig wird uns der Schulgarten beschäftigen“, erklären Schweer und Kloth übereinstimmend. „Unter anderem wollen wir mit den Kindern Baumstämme mit essbaren Pilzkulturen beimpfen.“ Zudem soll das Schulgartenprojekt idealerweise als Arbeitsgemeinschaft weitergeführt werden. So könnten der langfristige Erhalt und die Pflege der Grünfläche gewährleistet werden. Nach Angaben von Schulleiterin Rieger bietet sich hierzu der aktuell in den schulischen Gremien diskutierte Schritt hin zu einer offenen Ganztagsgrundschule an. „Wir wollen unser neues, naturnahes Klassenzimmer intensiv nutzen und unseren Kindern so die natürlichen Abläufe und Lebensräume begreifbar machen“, betont sie.

 

01. August 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Seltene Gäste: Schwalben bevölkern die Wassermühle

Die Vögel sind immer seltener anzutreffen – in Dachtmissen aber haben sie einen Brutplatz gefunden / Auch Mauersegler zu sehen

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Brutstätte für Schwalben und Mauersegler: Unter dem Dachfirst der ehemaligen Dachtmisser Wassermühle (großes Bild) haben die Vögel rund 20 Nester gebaut (Bild unten).
FOTOS: KÖHLER

 

Von Sandra Köhler

Dachtmissen. Früher gehörten sie zum Frühling und kündigten den Sommer an: die Schwalben. Doch wie die Maikäfer und die oft mit den Schwalben verwechselten Mauersegler trifft man die Vögel immer seltener an, nicht zuletzt infolge von Veränderungen in der Landwirtschaft. Mittlerweile sind die Schwalben so selten, dass sie unter Artenschutz stehen. Doch an der alten Mühle in Dachtmissen sind sie zu sehen: Dort leben und brüten sie in der Nachbarschaft von Mauerseglern. Mehr als 20 Nester haben beide Vogelarten dort gebaut.

„Das Problem ist, dass viele Menschen bei einem Neubau, einer Dach- oder Fassadensanierung bestehende Nester entfernen und keinen Ersatz schaffen“, beklagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu). Er kennt die Vögel und deren Bedürfnisse an ihren Lebensraum gut. Dessen bisweilen unbedachte Zerstörung bis hin zum mutwilligen Abschlagen der Schwalbennester oder auch deren Resten verstoße gegen geltendes Recht, sagt Schmidt. Denn: Nach dem Willen des Gesetzgebers müsse der Mensch den Vögeln ermöglichen, ihre Brut ohne Störung zu beenden – wenn es sein müsse auch mithilfe eines Ersatzschwalbenhauses. „Architekten wissen das. Und wenn man den Erhalt im Blick hat, gibt es einfache und wenig kostspielige Methoden“, sagt Schmidt. Dazu gehören etwa künstliche Schwalbennester, die von den Vögeln gut angenommen würden. Ein gutes Beispiel dafür ist nach Beobachtungen Schmidts ein saniertes Haus an der Zintener Straße. „Die Besitzerin ist Nabu-Mitglied und hat sich im Vorfeld an uns gewandt.“

Schwalben, erläutert der Naturschützer, seien sogenannte Kulturfolger und nisteten von April bis Ende September in der Nähe von Menschen. Zwei- bis dreimal brüteten die Vögel jedes Jahr. „Mehlschwalben bauen Nester unter Dachvorsprüngen. Diese sind geschlossen bis auf das Einflugsloch. Dazu benutzen sie ihre klebrige Spucke, mit der sie bis zu 60 000 kleine Lehmkügelchen zusammenkleben. Bis zu vier Wochen kann der Nestbau dauern.“ In Ställen und Schuppen auf den Dörfern nisten nach Angaben von Schmidt zumeist Rauchschwalben. Diese verbauten auch Heu und Tierhaare in ihren schalenförmigen Nestern. Beiden Zugvogelarten gemein sei, dass sie ihr Nest immer wieder aufsuchten und bebrüteten. Gegebenenfalls reparierten sie es, wenn es beschädigt sei. „Die Rauchschwalbe hat längere Schwanzfedern, sogenannte Spieße“, nennt Schmidt ein Erkennungsmerkmal. Mehlschwalben brüteten gern in Kolonien, Rauchschwalben bevorzugt einzeln.

Wie Schwalben ernähren sich auch die Mauersegler, die im Flug eine deutlich sichelförmige Silhouette aufweisen, von Insekten. Weil diese Vogelart aufgrund ihrer Konstitution nahezu ihr ganzes Leben in der Luft verbrächten, trieben sie mit dem Nestbau wesentlich weniger Aufwand als die Schwalben, sagt Schmidt. „Sie nutzen als Nistmaterial nur, was sie im Flug erhaschen können – also Hälmchen und Federn.“

Ihre sehr sparsamen Nester bauen Mauersegler in Hohlräumen von Hauswänden, in Mauerspalten und unter Dachziegeln. „Sie kommen im April und fliegen, je nach Wetter, Anfang bis Ende August zurück nach Afrika“, erläutert Schmidt. Im Gegensatz zu den Schwalben, die nur kleine Mengen an Insekten sammelten und häufig fütterten, gingen Mauersegler ausgiebig auf Nahrungssuche, von der sie dann mit jeweils vollem Kehlsack zurückkehren.

„Bei schlechtem Wetter fliegen sie Hunderte Kilometer weit weg – die Jungen fallen in der Zeit in eine Art Starre, in der der Körper alle Funktionen stark herunterfährt“, erläutert Schmidt. „Wenn ein älterer Mauersegler auf dem Boden landet, kann man ihn hochwerfen. Wenn er unverletzt ist, wird er wieder starten. Handelt es sich aber um einen Jungvogel, ist er absolut hilflos.“ Der Naturschützer rät dazu, solche Tiere in Auffangstationen wie dem Artenschutzzentrum des Nabu in Leiferde abzugegeben. „Die können die Vögel dann solange aufpäppeln, bis sie flugfähig sind“, sagt Schmidt.

 

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Findet in unseren Breiten immer weniger Möglichkeiten zum Brüten: Die Schwalbe.
FOTO: ARCHIV

 

31. Juli 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nur der Schwan fehlt auf dem Schwanenteich

Das Gewässer im Stadtpark ist ein ökologisches Kleinod mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren

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Ein Idyll in der Stadt: Der Schwanenteich im Burgdorfer Stadtpark.
FOTO: KÖHLER

 

Von Sandra Köhler

Burgdorf. Nur wenige Schritte von Burgdorfs Innenstadt entfernt befindet sich ein Kleinod: Der Stadtpark lädt zum Spazierengehen und Entspannen ein. Wohl eine der schönsten und idyllischsten Ecken dort ist der Schwanenteich. Der wurde in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt und ist bis zu 1,20 Meter tief.

Umstanden von schattenspendenden Weiden und anderen Bäumen laden dort etliche Sitzbänke Spaziergänger zu einer Pause ein. Oder dazu, das Glitzern der Sonne auf dem Wasser zu beobachten, dem Treiben der Stockenten und Teichhühner zuzuschauen, schillernde Libellen zu entdecken, die ihre Kreise über der Wasseroberfläche ziehen, und interessante Pflanzen am Ufer des 7000 Quadratmeter großen Gewässers zu entdecken. Der Fischereiverein zieht im Schwanenteich Karpfen auf. Und in der Umgebung gibt es eine große Artenvielfalt an Kleinsingvögeln. Einzig der Namensgeber des Teichs bleibt diesem Fleckchen Erde fern: der Schwan.

„Vielleicht fehlen ihm die Nistmöglichkeiten, weil es keinen Schilf gibt“, vermutet Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu). „Der Name ist das eine, die Realität das andere.“ Ein Blick in die Zeitgeschichtlichen Hefte der Stadt Burgdorf verrät allerdings, dass es zweimal zumindest für kurze Zeit Schwäne auf dem Schwanenteich gab. Dort ist Folgendes zu lesen: „Odje und Li treffen am 22. Juni 1936 aus Hagenbecks Tierpark, Hamburg, in Burgdorf ein. Sie haben sofort auf dem großen Teich im Stadtpark Quartier bezogen. Es handelt sich um ein stolzes Schwanenpaar, das der Kaffeeplantagenbesitzer Wilhelm Asseburg der Stadt geschenkt hat. Die Schwäne sollen in der Mitte des Teiches eine Schutz- und Nistgelegenheit erhalten.“

1979 schließlich hatte der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV) für 300 Mark ein Schwanenpaar gekauft, wie in den Geschichtsheften weiter zu lesen ist. „Viele Burgdorfer schauen zu. Schwäne leben in strenger Einehe. Nachwuchs ist deshalb zu erwarten. Der kleine See im Burgdorfer Stadtpark trägt seine volkstümliche Bezeichnung Schwanenteich nun wieder zu Recht“, heißt es dort.

Auch wenn das Wasser im Teich trübe anmutet: „Die Wasserqualität ist wirklich gut, das System absolut im Gleichgewicht“, versichert Schmidt. Somit sei das immer wieder einmal angeregte Entschlammen nicht notwendig.

Trotz der Hitze verliert der Schwanenteich auch im Sommer kaum Wasser. „Da sind der Zulauf aus dem Hainholzbach und der Ablauf in den Möschgraben wohl ausreichend.“ Bei den Amphibienteichen, die der Nabu an mehreren Stellen unterhält, verhält es sich anders. „Die können aber auch im Sommer schon mal trockenfallen. Das ist nicht schlimm, denn die Amphibien sind dann mit ihrer Fortpflanzung längst durch.“ Teiche, sagt Schmidt, seien sowohl im Großen als auch im Kleinen wertvoll: „Nicht viele Städte haben in Kombination mit dem Stadtpark etwas so Schönes wie Burgdorf vorzuweisen.“ Einige Probleme, die in den vergangenen Jahren im Umfeld des Teiches Kopfzerbrechen bereiteten, seien gottlob behoben. „Am Ufer gab es Bambusrohr, das sich so vermehrte, dass es kaum einzudämmen war“, erinnert sich Schmidt. Das sei mittlerweile Geschichte. Auch die übermäßige Entenpopulation auf dem Schwanenteich und an der Aue habe sich mittlerweile normalisiert, weil es mithilfe von Infotafeln und persönlicher Ansprache gelungen sei, das Füttern einzudämmen.

„Die Enten finden in der Natur genug zu fressen“, sagt Schmidt. Zudem sei Brot salzig und quelle in den Mägen der Vögel auf. Auch für die Wasserqualität sei es abträglich: „Wenn Massen an Brot und Kot ins Wasser gelangen, droht eine Überdüngung. Die Wasserpflanzen wachsen dann unverhältnismäßig stark“, sagt Schmidt. Um die zu zersetzen, sei viel Sauerstoff nötig. Im schlimmsten Fall könne das Wasser im Teich umkippen – und wäre dann verloren als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als positiver Faktor für das Ökoklima und als Naherholungsraum.

 

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Die Tafel informiert über die Wasservögel auf dem Teich.
FOTO: KÖHLER

 

21. Juli 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Hornissen werden umgesiedelt

Sanierung des Sportplatzes am Gymnasium und Naturschutz gehen Hand in Hand

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Ernst Schmidt vom Nabu (großes Bild, von links), Carsten Scheuermann und Nico Hufenreuther von der Baufirma Kretschmer heben die Sprungmatte auf einer Seite an, um einen Zurrgurt anzulegen. Im Schutzanzug öffnet Ernst Schmidt die Matte, damit die Tiere hinein- und hinausfliegen können.
FOTO: KÖHLER

 

Von Sandra Köhler

Burgdorf. Naturschutz kontra Bauarbeiten? Es geht auch anders. Bei Umsiedelung eines Hornissenvolkes auf dem Sportplatz an der Scharlemannstraße, der gerade saniert wird, ziehen Stadt, Planer, Baufirma und Nabu an einem Strang. Und haben einen aufwendigen Umzug für die Insekten organisiert.

Trocken, geschützt und dunkel: So mögen es die nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Artenschutz stehenden Hornissen. Kein Wunder, dass eine Königin die Sprungmatte auf dem von Gymnasium, Realschule und TSV Burgdorf genutzten Sportplatz extrem anziehend fand. Mittlerweile sind es Hunderte Tiere, die ihr Nest inmitten des Schaumstoffes bewohnen.

Indes: Die Matte kann an ihrem Standort nicht so lange verbleiben, bis das Volk seinem Auftrag der Arterhaltung nachgekommen ist und neue Königinnen produziert hat. Denn die die Sportanlage ist 30 Jahre alt – und sanierungsbedürftig. Nicht nur die Tragschicht, sondern auch der Untergrund der Laufbahn müssen ersetzt werden. Die Beregnungsanlage hat sich mit Eisen aus dem Brunnenwasser zugesetzt, sodass alle Zuleitungen zu erneuern sind.

885 000 Euro lässt sich die Stadt die Sanierung kosten. Dabei hat Garten- und Landschaftsarchitekt Dieter Grundmann von der Sportund Freiraumplanung auch Wünsche der Nutzer in die Planung einfließen lassen. So wird das Rasenspielfeld ebenfalls saniert und bekommt Bodenhülsen für Faustballnetze, die Laufbahn wird komplett erneuert und erhält einen Stromanschluss für die elektronische Zeitmessung. Ein Kleinspielfeld wird verbreitert, das andere weicht einem neuen Beachvolleyballfeld. Auf der Hochsprungfläche, auf der sich die Matte befindet, soll eine Kugelstoßanlage entstehen. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Grundmann hatte, als die Hornissen entdeckt wurden, umgehend die Stadt informiert. Diese vermittelte den Kontakt zu Ernst Schmidt vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Der Fachmann für Wespen, Hummeln und Hornissen hat in diesem Jahr reichlich zu tun: „Das warme Wetter ist gut für die Tiere. Und die Menschen sind mehr draußen und nehmen sie besser wahr.“ Fünf bis sechs Anrufe erreichen ihn täglich. Grundsätzlich habe er bei seinen Beratungen das Ziel, dass Mensch und Tier friedlich nebeneinander leben könnten. „Umsiedlungen sind erst die allerletzte Option“, sagte Schmidt. Zumal sie nicht immer Erfolg hätten. „Hornissen haben eine Art eingebautes GPS und suchen am alten Platz.“

Im Falle des Sportplatzes ließ sich das aber nicht vermeiden. Weil das Nest in der Sprungmatte verborgen war – lediglich der Einflug an der Unterseite der Matte war anhand eines Bergs herausgenagten Schaumstoffs sichtbar – muss diese mit umziehen. Und zwar in einen etwa 30 Meter entfernten Bereich am Platzrand. „Wir machen es in drei Etappen an mehren Tagen von jeweils nur wenigen Metern“, sagte Schmidt. Weil das Gelände offen und übersichtlich sei, sehe er gute Chancen, dass die meisten Hornissen damit klarkämen.

Um zu verhindern, dass das Nest Schaden nimmt, kam mit Bagger und Gabelstapler schweres Gerät zum Einsatz. Auf der Seite des Einflugsloches fasste der Stapler unter die Matte. Auf der anderen hielt der Bagger sie im Gleichgewicht. „Herr Scheuermann von der Gartenbaufirma hat sich viele Gedanken gemacht und extra eine Verlängerung für die Staplergabel erstellt. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten,“ sagte Schmidt nach der ersten Etappe.

Zwar waren die Hornissen beim Verrücken verwirrt um die Matte geflogen. Doch nachdem Schmidt die Einflugstelle mit Schaumstoffbrocken und roten Matten wieder wie vorher aussehen ließ, zudem einen direkten Weg zum nun sichtbaren Nest herstellte, beruhigte sich die Schar schnell wieder. Am Montag geht es in die zweite Runde.

 

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Um Platz für ihr wachsendes Nest zu haben, haben die Hornissen den Schaumstoff der Sprungmatte herausgebissen und nach außen getragen.
FOTO: KÖHLER

 

20. Juli 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

In der Wochenstube der Fledermäuse

Tiere ziehen im Zweiständerhaus in Wackerwinkel ihre Jungen auf

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Dieser schlafende Große Abendsegler ist im Zweiständerhaus gefunden worden.
FOTO: HEIMATBUND UETZE

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Wackerwinkel. Der Naturschutzbund (Nabu) hat das mehr als 400 Jahre alte Zweiständerhaus in Wackerwinkel als „Fledermaus freundliches Haus“ ausgezeichnet. Die Plakette hat der Uetzer Heimatbund, der das Baudenkmal gepachtet hat, neben einem Seiteneingang angebracht. „Das ist eine Anerkennung an den Verein dafür, dass er Fledermäuse in dem Gebäude duldet“, sagt Bernd Rose, Fledermausfachmann und Schriftführer der Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze.

„Wir haben im Haus zwei, drei Stellen, an denen wir Fledermauskot gefunden haben“, berichtet der Heimatbundvorsitzende Peter Doms. „Das ist eine Wochenstube“, sagt Rose. Wochenstuben sind Quartiere, in denen sich trächtige Fledermausweibchen zusammenfinden, ihre Jungen zur Welt bringen und diese aufziehen. Im Zweiständerhaus handelt es sich nach den Worten des Fachmanns um Zwergfledermausweibchen. Ein Weibchen gebäre im Jahr ein Junges. „Die Mütter säugen vier Wochen lang die Jungtiere“, berichtet Rose. Dann könne der Nachwuchs fliegen. Die jungen Fledermäuse begleiteten zwei bis drei Wochen lang ihre Mütter. „Die Mutter zeigt ihnen die Jagdreviere und die Winterquartiere. Das passiert im Moment“, so Rose.

Anschließend seien die jungen Zwergfledermäuse selbstständig. „Dann müssen sie fressen, fressen, fressen“, sagt Rose. Sie ernähren sich hauptsächlich von Mücken und Nachtfaltern. „Eine Zwergfledermaus frisst 3000 Mücken pro Nacht“, sagt der Experte.

Die Weibchen sind nach seinen Angaben ab August paarungsbereit. Die Paarungszeit dauere bis zum Winter. In Baumhöhlen, hinter Wandverschalungen und in anderen Hohlräumen warteten die Männchen auf die Weibchen. Nach der Paarung bewahrten die weiblichen Zwergfledermäuse die Spermien über mehrere Monate in einer Samentasche auf. Zur eigentlichen Befruchtung komme es nach dem Winterschlaf. Daher beginne die Schwangerschaft erst im Frühjahr.

Die Weibchen und die geschlechtsreifen weiblichen Jungtiere träfen sich dann in der Wochenstube. „Sie kommen jedes Jahr wieder in dasselbe Quartier“, sagt Rose. Die Kolonie wachse von Jahr zu Jahr. Rose schätzt, dass 50 bis 80 Zwergfledermausweibchen ihren Nachwuchs im Zweiständerhaus aufziehen. Nach Einschätzung des Fachmanns suchen einzelne Männchen anderer Fledermausarten das Zweiständerhaus auf, um dort tagsüber zu schlafen. So ist einmal ein Großer Abendsegler von der Toilettentür gefallen, als Doms diese öffnete. Das Männchen hatte sich in den Spalt über der Tür zum Schlafen zurückgezogen.

 

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Mit dieser Plakette hat der Nabu das Zweiständerhaus in Wackerwinkel ausgezeichnet.
FOTO: SCHILLER

 

17. Juli 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu rückt giftigem Jakobskreuzkraut zu Leibe

Im Feuchtbiotop bei Schillerslage hat sich die Pflanze explosionsartig ausgebreitet / Belastung im Honig festgestellt

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Manfred Tschäke (links) und Gerd Müller reißen Jakobskreuzkraut aus.
FOTOS: SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Schillerslage. „Wir sind Naturschützer und schützen in erster Linie Pflanzen“, sagt Ernst Schmidt, Einsatzleiter der Naturschutzbund- Gruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte (Nabu). Jetzt haben er und zwölf ehrenamtliche Helfer allerdings etwas anderes gemacht. Sie haben im Feuchtbiotop südlich von Schillerslage, das als ökologischer Ausgleich für die Burgdorfer Ortsumgehung angelegt worden ist, Jakobskreuzkraut samt Wurzeln aus dem Boden gerissen. Der Grund: Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in der Leber von Mensch und Tier zu giftigen Stoffen umgewandelt werden.

„Das Kraut ist für Pferdehalter ein Alarmzeichen“, sagt Schmidt. Normalerweise fräßen Pferde und Kühe das Gras drum herum, weil die Tiere wüssten, dass die Pflanze giftig ist. Doch wenn das abgemähte und getrocknete Jakobskreuzkraut ins Heu gelange, könnten die Pferde es nicht mehr erkennen und fräßen es mit.

„Wir reißen es aus, damit es nicht noch mehr wird“, erklärt der Burgdorfer Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt. In diesem Jahr habe sich das Jakobskreuzkraut an dem Biotop geradezu explosionsartig vermehrt. Möglicherweise waren Samen in der Saatmischung für die Randstreifen der Umgehungsstraße, vermutet Schmidt. Jetzt heiße es, wehret den Anfängen, obwohl das Jakobskreuzkraut ein super Insektenfutter sei. Die Blüten ziehen auch Bienen an. Daher hätten Imker schon Honig von Bienen wegkippen müssen, die hauptsächlich Jakobskreuzkraut angeflogen hatten, erzählt Schmidt. PA seien in den Honig gelangt.

Auch die schwarz-gelben Raupen des Jakobskrautbären ernähren sich von der Pflanze und sind daher giftig. „Der Falter legt mit Vorliebe seine Eier am Jakobskraut ab. Daher hat er seinen Namen“, erläutert Schmidt. Da sich die Raupe bald verpuppe und als Puppe überwintere, rupften die Naturschützer jetzt das Kraut, bevor es verblühe. „Wenn die Samen wie die der Pusteblume durch die Gegend fliegen, ist es zu spät.“

Das Entfernen der Pflanzen war anstrengende körperliche Arbeit. „Hinterher weiß man, was man getan hat“, sagt Helfer Günter Keller. Um auch die großen Pflanzen samt Wurzel herausziehen zu können, hatte er eine Grabegabel mitgebracht, um den Boden damit zu lockern. Der Nabu hat sich vertraglich verpflichtet, das Amphibienlaichbiotop bei Schillerslage zu pflegen. Gewöhnlich beseitigen dort Nabu-Mitglieder im Winter Erlen, Birken und andere schnell auflaufende Gehölze, um zu gewährleisten, dass die Sonne im Frühjahr schnell das Wasser in dem Tümpel erwärmen kann.

 

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11. Juli 2018 - Marktspiegel

Die Mäuse kriegen einen nassen Po

NABU pflegt und wässert die Streuobstwiese / Bingo fördert Projekt mit 35.000 Euro

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An die Hacke, fertig, los (von links): Bernd Rose, Berthold Scheller und Willy Goronczy hacken das Gestrüpp auf der Baumscheibe eines Walnussbaums weg.
Foto: Susanne Veenhuis

 

VON SUSANNA VEENHUIS

LEHRTE. Sie sehen nicht nur niedlich aus, sondern erfüllen auch eine ganz wichtige Aufgabe: 14 Kamerun-Schafe, einige Heidschnucken und eine Ziege halten das Gras auf der Streuobstwiese im Lehrter Stadtpark kurz und verhindern die Verbuschung. 171 hochstämmige Obstbäume bewährter alter und resistenter Sorten haben die Mitglieder des Naturschutzbunds, kurz NABU, Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze, und der Arbeitskreis „Natur erleben“ vom Lehrter Stadtmarketing vor zehn Jahren hier angepflanzt, mit Pfosten stabilisiert und regelmäßig gepflegt – wie auch beim jüngsten Arbeitseinsatz auf dem 17.000 Quadratmeter großen Gelände.

„Wir sind glücklich, dass hier alles so gut läuft“, sagt Schriftführer Bernd Rose. Er meint damit auch die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit den Gartenbesitzern im so genannten Grabeland. Aber auch anderweitig läuft es buchstäblich gut: 20 Liter Wasser pro Stunde erhält jeder Baum durch die neu installierten Tropfschläuche. Einmal pro Woche werden die Bäume eine Stunde lang bewässert – überlebenswichtig nach nunmehr acht Wochen ohne nennenswerte Regenfälle.

Dennoch mussten die rührigen Naturschützer zwölf Bäume ersetzen. Mehrheitlich war Mäusefraß an den Wurzeln die Ursache für das Absterben der Jungbäume. An die 20 Helfer haben jetzt die Baumscheiben rund um die Stämme in Handarbeit mit der Hacke von Gestrüpp befreit, das den kleinen Nagern eine gute Deckung bot. „Jetzt bekommen die Mäuse einen nassen Po und verziehen sich hoffentlich“, sagt Rose. Er will die Menge verdreifachen, denn bei dieser trockenen Witterung reichen 20 Liter Wasser pro Woche nicht aus.

Die Tropfschläuche und die dickeren Verteilerschläuche sowie die Elektropumpe schlugen mit 22.000 Euro zu Buche. In der Summe enthalten ist auch das Bohren eines Brunnens, Grundwasser gibt es auf der kleinen Anhöhe am Hohnhorstweg erst in acht Metern Tiefe. Das Geld dafür stammt von der Bingo-Lotto Umweltstiftung, die das Artenvielfalt-Pro- Die Mäuse kriegen einen nassen Po naBu pflegt und wässert die Streuobstwiese / Bingo fördert Projekt mit 35.000 euro jekt seit dem Start vor zehn Jahren mit insgesamt 35 000 Euro gefördert hat.

Zu 80 Prozent wachsen dort Apfelbäume. Aber es gibt auch ein paar Süßkirschen, Birnen-, Pflaumen- und einige Walnussbäume. Sie alle haben Baumpaten aus Lehrte und Umgebung – die haben dafür einmalig 75 Euro bezahlt. Dafür erhält „ihr“ Baum ein Schild mit dem Sortennamen und dem des Paten. Auch hier verschaffen QRCodes zum Abscannen mit dem Smartphone Interessierten weiter gehende Informationen über den Baum, ein weiteres Projekt des Stadtmarketing-Vereins.

Eine Verpflichtung gehen die Baumpaten nicht ein – höchstens die zum Genuss: „Sie können die Früchte ernten“, erklärt Rose. Aber auch alle anderen sind eingeladen, auf der sonnenwarmen Wiese beispielsweise ein Picknick zu veranstalten und das reife Obst hier und da mal zu naschen. „Naschen heißt aber nicht gleich komplett abernten“, mahnt Rose schmunzelnd.

Eingeladen fühlen sich neben vielen, teilweise selten gewordenen Wildtierarten auch Honigbienen: Zwölf Völker hat der Immenser Imker Jan Gronwald hier platziert, die für die Betäubung sorgen. So gesehen sind sie die braun-gelb gestreiften Insekten im Dienst der Streuobstwiese die Kollegen der Schafe, die, gesichert durch einen versetzbaren Elektrozaun, Bahn für Bahn zwischen den Baumreihen als Rasenmäher tätig sind.

 

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Links: Sozusagen als Kollegen der Kamerun-Schafe im Dienst an der Streuobstwiese sorgen zwölf Honigbienen-Völker für die Befruchtung der Obstbäume und damit für eine hoffentlich gute Ernte.
Rechts: Niedliche Rasenmäher: 14 Kamerunschafe halten das Gras zwischen den jungen Ostbäumen kurz – und lassen sich gerne von Bernd Rose mit einem grünen Naschi verwöhnen.

Fotos: Susanne Veenhuis

 

05. Juli 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Randalierer knickt junge Linde ab

 

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Das Ergebnis von Zerstörungswut: Die junge Linde ist mittendurch gebrochen.
FOTO: PRIVAT

 

Burgdorf. Auf der Streuobstwiese an der Eseringer Straße ist eine Linde, die der Naturschutzbund (Nabu) erst im vergangenen November an den dortigen Sitzbänken gepflanzt hatte, zerstört worden. Der Stamm des jungen Baumes wurde in der Mitte abgebrochen. Möglicherweise hat ein enttäuschter Fußballfan nach dem verlorenen Spiel der deutschen Mannschaft gegen Südkorea und dem damit verbundenen frühzeitigen Ausscheiden bei der Fußball-WM an dem Baum seinen Frust abgelassen. Bernd Rose vom Nabu berichtet: „Eine Nachbarin der Streuobstwiese rief mich einen Tag nach dem verlorenen Länderspiel an und berichtete mir über diesen Vandalismus.“ Den Schaden beziffert Rose auf rund 100 Euro. So viel wird die Nachpflanzung eines neuen Baumes im Herbst kosten. dt

 

25. Juni 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Hausbesuch bei Familie Schleiereule

Exkursion des Naturschutzbeauftragten führt am 1. Juli in die Kinderstuben der Vogelwelt / Anmeldung ist nicht erforderlich / Teilnahme ist kostenlos

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Naturschutzbeauftragter Erhard Zander mit einer jungen Eule, die er aus dem Nistkasten geholt hat.
FOTO: HAZ-ARCHIV

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Hänigsen/Weferlingsen. Die Kinderstuben der Schleiereule und des Storchs sind am Sonntag, 1. Juli, Ziele einer Exkursion des Naturschutzbunds, die der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander leitet. Wenn es um Schleiereulen geht, dann ist Zander der Experte des Naturschutzbunds Burgdorf, Lehrte, Uetze. Seit mehr als 30 Jahren beobachtet er die nachtaktiven Raubvögel im Osten der Region Hannover. Er kann deshalb jede Menge über ihre Gewohnheiten berichten und lässt sich von den Exkursionsteilnehmern gern ein Loch in den Bauch fragen.

Am Sonntag, 1. Juli, will Zander mit Naturfreunden eine Schleiereulen- Kinderstube auf dem Hof Brönnemann in Weferlingsen besuchen. „Vier Junge werden dort aufgezogen“, sagt er. Jedes Jahr kontrolliert Uetzes ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter gemeinsam mit seinem Burgdorfer Kollegen Dieter Kleinschmidt 115 Eulen-Nistkästen in Uetze, Burgdorf und einigen Ortsteilen Lehrtes, um zu schauen, wie sich die Eulenpopulation entwickelt. Die weitaus meisten hängen im Uetzer Gemeindegebiet. „Das liegt einfach daran, dass es in Uetzes Ortsteilen viel mehr Möglichkeiten gibt, Nistkästen aufzuhängen, und auch mehr Raum für die Jagd der Vögel“, sagt Zander.

2018 ist laut Zander bislang ein durchschnittliches Eulenjahr. In der Regel brüten die Schleiereulen zweimal im Jahr, wobei die zweite Brut meist größer als die erste ausfällt. „Das liegt einfach daran, dass die Nächte im Spätsommer sehr viel länger sind, und die Vögel mehr Zeit zum Jagen haben.“ Wenn es zu einer Mäuseschwemme kommt – „das passiert etwa alle drei, vier Jahre“ – dann können die Eulen viele Junge großziehen. „Die größte Brut, die ich einmal Ende September in einem Nistkasten entdeckte, waren zehn Jungeulen“, berichtet Zander.

Für die Störche ist 2018 hingegen eher ein schwieriges Jahr. „Das Frühjahr war zu trocken, sodass die Altvögel für ihre Jungen kaum Futter wie zum Beispiel Regenwürmer gefunden haben“, sagt Zander. Nur die Störche im Dedenhausener Nest kriegen offenbar drei Jungtiere groß. In den Nestern in Hänigsen, Uetze und Obershagen hat Zander hingegen nur noch jeweils einen jungen Storch gesehen. Am 1. Juli ist ein Besuch unter dem Storchennest auf dem Dach der Bäckerei Laube in Hänigsen geplant.

 

09. Juni 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Störung für brütende Vögel?

Anwohnerin kritisiert Arbeiten an der Langeoogstraße / NABU gibt Entwarnung

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Anwohnerin Claudia Knobloch befürchtet, dass die Bauarbeiten brütende Vögel in den angrenzenden Büschen und Hecken gefährden könnten. Bernd Rose vom NABU Burgdorf gibt Entwarnung.
Foto: Franka Haak

 

BURGDORF (fh). Sie flattern wild auf und zwitschern unzufrieden – das Schauspiel, das sich am Montagmorgen vor ihrer Haustür abspielte, bereitet Claudia Knobloch Sorgen. Im Auftrag der Stadt hatte eine Firma dort begonnen, die Wege im Grünstreifen auszugraben, um sie zu erneuern. Nach Aussage von Knobloch flogen daraufhin aus den Hecken mehrere Vögel auf, schimpften und trauten sich nicht wieder zurück. „Ich füttere die Vögel im Winter und es blutet mir das Herz, wenn ich das mit ansehen muss“, so Knobloch.

Ihre Befürchtung: Die dort brütenden Vögel könnten gestört werden und ihre Jungen tagsüber während der Arbeiten aus Angst nicht mehr füttern. „Warum muss die Stadt die Arbeiten ausgerechnet während der Brutund Setzzeit durchführen lassen? Auch im Herbst und in milden Perioden im Winter bleibt doch genügend Zeit“, ärgert sie sich.

Bernd Rose vom NABU Burgdorf hat sich die Baustelle daraufhin angesehen und sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. Er sieht keinen Anlass zur Sorge. „Es ist zwar eine Störung bei der Fütterung, jedoch haben die Brutvögel ausreichend Schutz, Deckung und Möglichkeiten, das Nest von mehreren Seiten anzufliegen und weiterzufüttern“, sagt er. Seiner Einschätzung nach brüten in den Hecken nur Amseln, keine geschützten oder gefährdeten Arten. Sie würden sich von den Arbeiten nicht dauerhaft stören und vertreiben lassen und könnten sich spätestens nach Feierabend wieder um die Jungvögel kümmern.

Außerdem seien nur kleine Baufahrzeuge im Einsatz, die relativ schnell vorankämen. „Wenn die Bauarbeiter zum nächsten Abschnitt weiterziehen, beruhigen sich die Vögel natürlich wieder“, so Rose. Sowohl aus Sicht der Stadt als auch des NABU rechtfertigt die geringfügige Störung es nicht, die Arbeiten zu verschieben. „Es lässt sich nicht vermeiden, Tiefbaumaßnahmen auch im Frühjahr umzusetzen“, argumentiert Claudia Vollmert von der städtischen Tiefbauabteilung. Aus organisatorischen Gründen sei es nicht mögich, alle Arbeiten nach dem 15. Juli durchzuführen.

 

19. Mai 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

1628 Amphibien eingesammelt

 

Uetze. Nach Ansicht des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander hat sich das Aufstellen von Krötenschutzzäunen bei Uetze am Schafstallweg und an der Spreewaldallee gelohnt. Karl- Herbert Wachsmuth hat am Zaun an der Spreewaldallee 1139 Kröten und Frösche eingesammelt und zu den neu angelegten Laichgewässern auf der Ostseite der Straße gebracht. Siegfried Rojahn hat 489 Amphibien zum Tümpel getragen, den der Naturschutzbund vor wenigen Jahren auf der Westseite des Schafstallwegs hat ausbaggern lassen. Nach Zanders Einschätzung wandern inzwischen immer mehr Kröten und Frösche zu diesem Teich und nicht mehr zu den Kiesgruben im Osten des Schaftstallwegs. Am Schaftstallweg ist die Zahl der eingesammelten Amphibien gegenüber den Vorjahren zurückgegangen. fs

 

11. Mai 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nachtwanderung führt zum Froschkonzert

Kröte, Molch und Frosch: Naturschutzbeauftragter Erhard Zander kennt sich mit Amphibien aus

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Der Laubfrosch ist an seiner grellen Grünfärbung zu erkennen. Mit seinen klebrigen Füßen kann er Grashalme und Sträucher erklimmen.
FOTO: PRIVAT

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Uetze/Lehrte. Die Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze im Naturschutzbund (Nabu) lädt Naturinteressierte für Freitag, 18. Mai, zu einer naturkundlichen Nachtwanderung ein. Ziel sind die Amphibienteiche zwischen Burgdorf und Immensen. Dort soll dem nächtlichen Konzert der Laubfrösche gelauscht werden. „Der Laubfrosch ist der kleinste Frosch, hat aber die größte Klappe“, sagt Uetzes Naturschutzbeauftragter Erhard Zander, der die Wanderung führt. „Sein Ruf schallt bis zu zwei Kilometer weit.“ Nur die Männchen rufen, um Weibchen anzulocken und ihr Revier zu verteidigen.

Laut Zander sind rund um Burgdorf 14 Laichgewässer für Amphibien angelegt worden – als Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Umgehungsstraße im Zuge der Bundesstraße 188 vor neun Jahren. Drei davon betreut der Nabu intensiv. Der Aufwand scheint sich zu lohnen, denn die Teiche sind bevölkert. Vor allem das Laichgewässer zwischen Burgdorf und Immensen werde sehr gut angenommen. Dort lebten etwa 50 Laubfroschmännchen.

Auch die anderen Teiche rund um Burgdorf sind laut Zander von Amphibien, darunter Teichmolche und Grasfrösche, bewohnt. Zander, der in Hänigsen lebt, hat nach eigenen Angaben auch alle 110 Teiche und Kiesseen in der Gemeinde Uetze zweimal kartiert. Dabei hat der Naturschutzbeauftragte auch Kreuz- und Knoblauchkröten entdeckt, die sowohl auf der Bundesartenschutzliste als auch auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. „Das Kartieren ist ein enormer Arbeitsaufwand“, berichtet Zander. Aber er habe sich gelohnt. Denn mit diesen Daten in der Hand konnte Zander erfolgreich darauf dringen, dass für etliche Baumaßnahmen im Gemeindegebiet Ausgleichsflächen angelegt wurden, die jüngste für das Obershagener Baugebiet am See.

Die meisten Amphibienarten, darunter auch Berg- und Kammmolch, gibt es in der ehemaligen Kiesgrube bei Wackerwinkel. Diese pflegt der Nabu seit mehr als 20 Jahren. „Mehr als vier Hektar haben wir gekauft und den Rest gepachtet“, sagt Zander.

 

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Knoblauchkröten, die auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen, sind im ehemaligen Kiesteich bei Wackerwinkel heimisch geworden.
FOTO: NABU

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Erhard Zander wird die Wanderung begleiten.
FOTO: SCHILLER

 

05. Mai 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Eltzer planen Flächen für Wildbienen

Nabu-Experte hält Vortrag

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Eine Biene sammelt Nektar von einer Kleeblüte und bestäubt sie dabei gleichzeitig.
FOTO: DPA

 

Eltze. Die evangelische Kirchengemeinde und die Ideenwerkstatt Eltze wollen einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Für Mittwoch, 16. Mai, bereiten sie einen Vortragsabend zum Thema „Wildbienen im Garten, in der Landschaft und im Kulturraum“ vor. Als Referenten konnten sie Hans-Jürgen Sessner gewinnen, Experte für Wildbienen beim Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Zudem plane die Kirche, auf dem alten Friedhof Flächen für Insekten und insbesondere für Wildbienen anzulegen, kündigt Brigitte Waack von der Gemeinde an.

Sessner wird nicht nur über das Leben der zahlreichen heimischen Wildbienenarten und deren Bedeutung für die Natur referieren. Er wird ebenso erklären, warum sie in ihrem Bestand bedroht sind. Darüber hinaus will Sessner, der beim Nabu auch die Kinder- und Jugendgruppe Die Naturforscher betreut, aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, im privaten Garten wie auch auf öffentlichen Flächen gute Lebensbedingungen für Wildbienen zu schaffen.

Sessners Vortrag beginnt um 19 Uhr im Haus der Kirche in Eltze an der Peiner Straße. Der Eintritt ist frei. An dem Abend besteht zudem die Möglichkeit, Saatgut zu bestellen, das besonders geeignet ist, um Wildbienen anzulocken. dt

 

04. Mai 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Noch Paten für 15 Bäume gesucht

Streuobstwiese im Hohnhorstpark besteht seit zehn Jahren / Paten dürfen Früchte ernten

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Wissenswert: Bernd Rose zeigt auf der Rückseite der Infotafel den neuen Pflanzplan.
FOTO: PRIVAT

 

Von Patricia Oswald-Kipper

Lehrte. Die Streuobstwiese im Hohnhorstpark wächst und gedeiht seit rund zehn Jahren. Die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) und des Lehrter Stadtmarketings (SML), die im Herbst 2008 das Projekt begonnen haben, bieten Interessierten auf einer Infotafel jetzt Informationen zu den einzelnen Bäumen an.

Kaum hat die Obstblüte begonnen, beginnen Berthold Schelle, Bernd Rose und Dieter Buckschun von Stadtmarketing und Nabu ihre Pflegearbeiten auf der Streuobstwiese. Zunächst wurden die 170 Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Kirsch- und Walnussbäume mit einem Mineraldünger versehen. „Die Obstwiese ist ein Kleinod in Lehrte“, findet Willy Goronczy vom SML-Arbeitskreis Natur erleben. Die freiwilligen Helfer mussten auch Sturmschäden beseitigen: Sie haben Bäume wieder aufgerichtet und mit Pfählen versehen.

Neu auf der Streuobstwiese ist in diesem Jahr ein illustrierter Pflanzplan. Er befindet sich auf der Rückseite der dortigen Infotafel. Anhand des Planes können Interessierte jetzt einzelne Obstbäume aussuchen und über ein Smartphone mit Hilfe sogenannter QR-Codes Informationen zu jedem Baum erhalten. Alle Bäume sind wiederum mit einem kleinen Schild und dem QRCode versehen.

Die Obstwiese bietet in diesem Frühjahr durch ihre reichhaltige Blüte einmal mehr einen schönen Anblick. Um das Gras auf der Wiese kurz zu halten, grasen auch dieses Jahr Schafe, Heidschnucken und eine Ziege der benachbarten Garten- und Tierfreunde auf dem Areal. Damit die Tiere nicht weglaufen, ist das Gelände durch einen Elektrozaun gesichert. Die Versorgung des Geländes mit Wasser wurde von den Mitgliedern verbessert, sogenannte Tropfschläuche wurden verlegt. Sie sollen den freiwilligen Helfern in Trockenperioden die Bewässerung der Obstbäume erleichtern.

Stolz sind die Nabu- und SMLMitglieder auch auf diverse Bienenvölker, die seit zwei Jahren auf der Streuobstwiese beheimatet sind. Und neben sechs Mauswieselkästen, zahlreichen Vogelnistkästen sowie acht sogenannten Ansitzstangen für Greifvögel gibt es dieses Jahr erstmals auch einen Turmfalkenkasten in einer benachbarten Kiefer. Dieser soll wie die Ansitzstangen die Jagd von Wühlmäusen für die Vögel erleichtern. Denn die Mäuse fräßen regelmäßig die Wurzeln der Bäume an, erklärt Goronczy.

Die ehrenamtlichen Helfer suchen für 15 der 170 Obstbäume noch Baumpaten. Gegen eine Spende von einmalig 75 Euro können sich Paten einen der freien Bäume aussuchen. Sie erhalten eine Urkunde und können 15 Jahre lang das Obst von diesem Baum ernten. Die Pflege der Bäume übernehmen weiterhin der Nabu und der SML. Die Bingo-Umweltstiftung, die beim Start das Projekt förderte, unterstütze weiterhin kostenintensive Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, betont Goronczy. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, hat, kann sich bei Sonja Truffel vom Stadtmarketing unter Telefon (0 51 32) 50 51 35 oder per E

 

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Idyllisch ist die Obstbaumwiese insbesondere im Frühjahr, wenn die Bäume in voller Blüte stehen.
FOTO: PRIVAT

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Heidschnucken grasen auf dem Gelände der Streuobstwiese im Hohnhorstpark.
FOTO: PRIVAT

 

28. April 2018 - Neue Woche

Obstbaumblüte hat begonnen

Auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark gibt es viel zu entdecken

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Bernd Rose zeigt auf der Rückseite der Infotafel den Pflanzplan.
Foto: privat

 

Lehrte (r/pa). Die Streuobstwiese im Hohnhorstpark wurde 2008 mit 170 Obstbäumen als Kooperationsprojekt vom NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze und Stadtmarketing Lehrte e.V. (SML) angelegt. Auf Grund der warmen Tage in der letzten Zeit hat die Obstblüte begonnen, Teilt Bernd Rose vom NABU mit. Wer die Blütenpracht bewundern möchte, sollte dies in den nächsten Tagen tun, denn auch ohne Fahrt ins Alte Land kann vor Ort die Obstblüte bewundert werden.

"Die Obstwiese ist ein Kleinod in Lehrte", sagt Wiily Goronczy vom Arbeitskreis Natur erleben im SML. Ein Ausflug hierher ist insbesondere für Kinder in dieser Jahreszeit, wo alles grünt und blüht, ein Erlebnis. Die Wiese ist mit den weidenden Schafen und ihren kleinen Lämmchen sowie der Ziege eine Idylle. Eine Sitzgruppe lädt zu einer Pause ein. Um das Gras auf der Streuobstwiese nicht ständig mähen zu müssen, wird die Wiese mit den Schafen der Garten- und Tierfreunde von nebenan beweidet. Seit 2 Jahren sind diverse Bienenvölker auf der Obstwiese beheimatet. Neben 6 Mauswieselkästen, zahlreichen Vogelnistkästen sowie 8 Ansitzstangen für Greifvögel wurde durch den NABU auch ein Turmfalkenkasten in einer hohen Kiefer in der Nähe installiert.

Die Rückseite der Infotafel auf der Obstwiese wurde von NABU und SML mit einem großen illustrierten Pflanzplan erweitert. Anhand des Planes kann man einzelne Obstbäume aussuchen und über ein Smartphone mit Hilfe des OR-Codes Informationen zu jedem Baum erhalten. Alle Bäume sind mit einem kleinen Schild und dem QR-Code versehen.

Von den 170 Bäumen suchen noch 17 Bäume einen baumpaten. Gegen eine Spende von 75 Euro können sich Paten einen noch freien Obstbaum aussuchen. Nähere Informationen dazu sind bei der Geschäftsführerin des SML Sonja Truffel (05132/505-135 oder Truffel@lehrte.de) erhältlich.

 

28. April 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Gemeinsam für Wildbienen

Landwirt Cord-Heinrich Schweer und NABU-Bienenexperte Hans-Jürgen Sessner starten ein gemeinsames Projekt

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Die NABU-Kindergruppe hat Löcher in den dicken Eichenstamm gebohrt, um Nistplätze für Wildbienen zu schaffen.
Foto: privat

 

BURGDORF (fh). Naturschützer sehen in der konventionellen Landwirtschaft eine Bedrohung für die Artenvielfalt; die Bauern fühlen sich zu unrecht attackiert und werfen ihren Kritikern Pauschalurteile vor. In Hülptingsen haben sich der Landwirt Cord- Heinrich Schweer und der Bienenexperte Hans-Jürgen Sessner vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze jetzt über ihre Vorbehalte hinweggesetzt und wollen zusammen einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen leisten.

Den Anfang haben sie bereits gemacht: Die NABU-Kindergruppe hat Löcher in einen dicken Eichenstamm gebohrt, um einen Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Bienenarten zu schaffen, die Totholz bewohnen. Dabei soll es aber nicht bleiben: Im Herbst wollen sie durch die Aussaat von heimischen Wildblumen am Feldrand auch eine Nahrungsgrundlage für die Bienen schaffen.

Schweer betont, dass er sich ganz bewusst dazu entschlossen habe, auf den NABU zuzugehen: „Es bringt ja nichts, immer nur übereinander zu schimpfen.“ Deshalb habe er Sessner ein gemeinsames Projekt vorgeschlagen. „Da haben wir uns natürlich nicht lange bitten lassen. So ein Angebot bekommen wir schließlich nicht alle Tage“, sagt Sessner. Dass ein Landwirt ihm von sich aus eine Projektfläche angeboten habe, sei bisher noch nie vorgekommen. Auch Schweer lobt seinerseits die Zusammenarbeit mit dem NABU-Bienenexperten: „Er ist sehr aufgeschlossen.“

Die Meinungsverschiedenheiten sind damit freilich nicht aus der Welt. So bemängelt Sessner, dass blühende Feldhaine und Hecken weitgehend verschwunden seien. „Der Einsatz von Pestiziden bereitet allen Insekten große Probleme“, fügt er hinzu. Schweer hält dagegen: „Wir setzen Pflanzenschutzmittel kontrolliert und mit Augenmaß ein.“ Von den Naturschützern fühle er sich oft in eine Ecke gedrängt. „Sie werfen uns vor, der Umwelt zu schaden; dabei sind wir diejenigen, die sich das ganze Jahr über in Feld und Flur aufhalten und uns sehr bewusst in und mit der Natur verhalten.“

So unterschiedlich ihre Ansichten auch sind, zumindest wollen die beiden nicht mehr nur übereinander, sondern auch miteinander reden. Gesprächsstoff dürfte es genügend geben. NABU-Bienenexperte Sessner fügt hinzu: „Wir würden uns freuen, wenn das Projekt Vorbildcharakter hat und wir noch weitere Landwirte für eine Zusammenarbeit gewinnen können.“

 

26. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu sucht Zuhause für Schwalben

 

Lehrte. Kinder der Naturschutzjugend- Gruppe haben mit Flüchtlingskindern 20 Mehlschwalbennester gebaut. Die Nester sollen nun ihrer Bestimmung zugeführt werden. Der Naturschutzbund (Nabu) sucht Lehrter, die bereit sind, die Nester bei sich aufzuhängen und damit den Mehlschwalben ein neues Zuhause zu geben.

Mehlschwalben bauen ihre Nester aus Lehm, den sie mit Speichel zu festen Klümpchen vermischen, künstliche Nisthilfen werden aus einer Mischung von Stuckgips und Sägemehl hergestellt.

Vogel steht auf Roter Liste

Die Kinder zeigten sich bei der Nestbauaktion alle sehr geschickt, und so entstanden die exklusiven Mehlschwalben-Eigenheime. Der Nabu verzeichnet jedes Jahr Bestandsrückgänge bei den Mehlschwalben. Mittlerweile stehen die als Glücksbringer bezeichneten Vögel auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. Dieser Trend soll laut Nabu in den meisten Regionen auf Verluste an Brutmöglichkeiten, ein verringertes Angebot an Insektennahrung und die immer noch anzutreffende mutwillige und verbotene Zerstörung von Nestern zurückzuführen sein.

Um diesem Problem nun auch praktisch entgegenzuwirken, möchte der Nabu Mehlschwalbennester an Bürger in der Region verschenken. Diese sollten natürlich in einem schwalbentauglichen Gebiet wohnen. Mehr Infos dazu erteilt der Nabu.

Wer Mehlschwalben ein neues Zuhause geben möchte, kann sich an Bernd Rose vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 oder per E-Mail an info@nabu-burgdorfuetze. de melden. pos

 

25. April 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Äcker ohne Gifte?

NABU beschäftigte sich mit dem kontroversen Thema „Glyphosat“

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Michael Scheer-Behrens aus Immensen war im Burgdorfer JohnnyB. der Referent des NABU-Themas „Glyphosat“.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF/LEHRTE (gb). „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...“. Mit dieser Zeile aus dem philosophischen Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse (1877-1962) schloss NABU- Vorstandsmitglied Michael Scheer-Behrens seinen Vortrag über Fluch und Segen der Chemie in der Landwirtschaft.

Der Lehrer für Chemie und Gartenbau aus Immensen näherte sich am vergangenen Donnerstagabend vor rund 100 Zuhörern im Saal des Burgdorfer Jugendkulturzentrums JohnnyB. stufenweise den Auswirkungen auf die Natur und Umwelt sowie auf den Menschen bei der Ausbringung von Herbiziden, namentlich „Glyphosat“, auf Ackerund Grünflächen. Der farb- und geruchlose Feststoff wird seit 1971 von dem US-amerikanischen Produzenten von Saatgut und Herbiziden (Unkrautbekämpfungsmittel), Monsanto, hergestellt, der kürzlich der deutschen Bayer AG einverleibt wurde.

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter (Totalherbizid) und tötet jede Pflanze, die gentechnisch nicht so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Seit einiger Zeit mehren sich Hinweise, dass die Substanz für Mensch und Tier schädlich sein könnte. Im März 2015 hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) einen Bericht veröffentlicht, dem zufolge das Pflanzengift für den Menschen „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Andere Institute, darunter das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), stufen Glyphosat allerdings als „nicht akut gesundheitsgefährdend“, also nicht als gentoxisch und kanzerogen, ein. „Aber wenn Glyphosat in Gewässer gelangt ist es hoch amphibien- und fischetoxisch“, sagte Michael Scheer-Behrens. Mittlerweile sind Nutzpflanzen, wie Baumwolle, Mais, Raps und Sojabohne, durch gentechnische Methoden gegen Glyphosat resistent gezüchtet worden. Argentinien, das das Glyphosat zugesetzte Breitbandherbizid „Roundup“ großzügig und großflächig per Flugzeuge versprüht, exportiert riesige Mengen von Soja als Viehfuttermittel nach Europa. Wie man es auch dreht und wendet - in der Landwirtschaft, im Gartenanbau und in Privathaushalten angewandte Chemie gelangt über die Nahrungskette immer an den Menschen.

Früher erlebten Spaziergänger und Radfahrer mit Kamille und Klatschmohn, mit Kornblumen und Wildkräutern auf den Acker- und Wegerändern eine ganz andere Natur. Durch die Bewirtschaftung und Maht auch dieser Flächen durch Landwirte und Kommunen sind die „Refugien für die Insekten- und Vogelwelt“, so Scheer-Behrens, fast verschwunden. Dadurch habe sich beispielsweise der Bestand von Kiebitz und Feldlerche in Europa um gut 50 Prozent und der des Rebhuhns sogar bis zu 94 Prozent verringert, wusste Michael Scheer-Behrens zu berichten: „Um dem entgegenzuwirken könnten mehr unbewirtschaftete Flächen hilfreich sein.“

Im ökologischen Bio-LandÄcker ohne Gifte? NABU beschäftigte sich mit dem kontroversen Thema „Glyphosat“ bau erweist sich humusreicher Boden als stabil gegen Krankheiten. Die Interaktionen von Schmetterlingsblütler, eine artenreiche Unterfamilie der Hülsenfrüchtler, mit verschiedenen Tierarten kann ebenfalls genutzt werden. Durch die Knöllchenbakterien sind sie für biolandwirtschaftlich genutzte Böden als Gründüngung wichtig. Im Grunde waren sich alle Anwesenden einig, dass es Zeit für einen Neuanfang sei, der einen Teil des Zaubers der Natur zurückbringt und ihn bewahrt. „Aber dann müssen alle einmal bei sich selbst anfangen und ihre „Hausaufgaben“ machen“, so die einhellige Meinung im Saal.

 

21. April 2018 - Neue Woche

Landwirt und NABU schützen Wildbienen

 

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Das Bienensterben bewegt nicht nur die Naturschützer. Auch der Hülptingser Landwirt Cord-Hinrich Schweer sorgt sich um die wichtigen Bestäuber. Gemeinsam mit dem NABU startete er in der Hülptingser Feldmark ein Schutzprojekt für Wildbienen. In heutigen landwirtschaftlichen Gebieten gibt es leider kaum noch Wildbienen. Blühende Feldraine und Hecken sind selten geworden. Blüten und Niststrukturen sind weitgehend verschwunden. Dadurch fehlen sowohl die Nahrungsgrundlage als auch Nistmöglichleiten. Darüber hinaus bereitet der Einsatz von Pestiziden große Probleme für alle Insekten. Gemeinsam mit Hans-Jürgen Sessner, der sich beim NABU seit Jahren mit Wildbienen beschäftigt, erarbeitete Schweer ein Projekt am Rande einer seiner Flächen. Dort soll ein an einem Waldrand gelegener Ackerrand für Bienen optimiert werden. Feld- und Waldrand sollen in den nächsten Jahren für Wildbienen bestmöglich gestaltet werden. Als erste praktische Maßnahme wurde am Wochenende ein großer Eichenstamm - als Nistmöglichkeit für totholzbewohnende Bienenarten - auf die Fläche gebracht. Die NABU-Kindergruppe half dabei Nistgänge in das Holz zu bohren. Noch in diesem Jahr wird durch Ansaat die Nahrungsgrundlage für Bienen verbessert werden. In den kommenden Jahren wird - begleitet durch ein Monitoring der Bienenarten - weiter an der bienenfreundlichen Gestaltung der Fläche und des Waldrandes gearbeitet. Vielleicht lassen sich ja in den nächsten Jahren weitere Landwirte und Landeigentümer für den Wildbienenschutz in der Agrarlandschaft interessieren. (Foto oben)

 

19. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Helfer finden achtmal so viele Frösche

Krötenwanderung in Ahlten und Hämelerwald beendet / Aktivisten tragen Tausende Tiere über die Straße

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Am Dammweg in Hämelerwald wandern die Kröten kaum durch die extra gebaute Untertunnelung (Bild oben) und müssen in Eimern gerettet werden (Bild rechts unten).
FOTO: PRIVAT

 

Von Sandra Köhler

Kolshorn/Ahlten/Hämelerwald. „Wir sind total geflasht“, sagt Ines Macke. Denn die Zahl der von ihrer Familie und 20 weiteren Helfern geretteten Tiere stellt einen Rekord dar. 2460 Braun-, Gras- und Springfrösche, dazu 673 Kröten und acht Molche haben die Ehrenamtlichen am Krötenzaun des Naturschutzbundes (Nabu) im Ahltener Wald über die Kreisstraße 122 getragen.

Auf 200 Meter Länge sammelten sich in den 15 Eimern an Spitzentagen über 600 Tiere. „Das ist der helle Wahnsinn. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Zahl der Frösche insgesamt verachtfacht“, sagt Macke, die die gefundenen Tiere während der ganzen Wanderung tagesaktuell im Internet auf amphibienschutz.de/ zaun aufgelistet hat.

Woran liegt das? „Ich hoffe natürlich daran, dass wir so aktiv sind“, sagt sie schmunzelnd. Den genauen Grund kenne sie aber nicht. „Auch warum es von Jahr zu Jahr weniger Kröten werden, fragen wir uns natürlich“, sagt die Krötenretterin. Auffällig sei jedenfalls gewesen, dass es immer wesentlich weniger Krötenweibchen als Männchen gewesen sind. Beim Blick in das Gewässer sei deutlich zu sehen, dass sich dort enorme Mengen an kugeligem Froschlaich befinden. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Nur wenige der Autofahrer hielten sich an das während der Wanderung geltende Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. „Wir sind am Straßenrand zwar mit Warnwesten unterwegs, aber es haben uns auch acht Kinder geholfen. Dann ist das natürlich nicht so schön“, bedauert Macke.

Was den Ahltenern die Frösche, sind den Hämelerwaldern die Kröten. 2300 statt 1400 Erdkröten zählte Carsten Schneider, der die Amphibienuntertunnelung am Dammweg seit drei Jahren betreut. Die Zahl der Frösche blieb mit 150 konstant. „Erst ging es zögernd los, weil es zu kalt war, dann wurde es massiv“, sagt der Landschaftsgärtner.

Den absoluten Höhepunkt habe die Krötenwanderung am 3. April mit 700 Kröten erreicht. „Sonst sind es maximal 400 gewesen.“ Just an diesem Abend besuchte Berd Rose vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze die Stätte der Hämelerwalder Krötenwanderung. Die Rückwanderung müssen die Tiere nun allein schaffen: „Die erfolgt wesentlich ungeordneter, es sind viele Einzeltiere unterwegs“, begründet Schneider dies.

Amphibien scheuen den Weg durch den Tunnel

Trotz eines Amphibientunnels in Hämelerwald mussten 2300 Tiere per Hand gerettet werden. „Viele Kröten scheuen sich, den Weg durch die Tunnel zu nehmen“, sagt Carsten Schneider, Betreuer der Amphibienuntertunnelung. „Die klettern die Böschung am West- und Ostende der Anlage hoch und benutzen doch die Straße.“ Die Bordsteine auf der anderen Seite seien aber so hoch, dass die Tiere diese nicht bewältigen könnten, und so doch noch dem Verkehr zum Opfer fielen. „30 bis 40 waren es allein dieses Jahr am Ostende, wir kamen gar nicht hinterher.“ Auch der Radweg in der Anlagenmitte werde von den Tieren benutzt. „Der Asphalt dort ist schön glatt, da können sie sich gut fortbewegen.“ Es sei zwar nicht möglich, die komplette Anlage umzubauen, gibt sich Schneider realistisch. Doch hat er die Stadt um einen Ortstermin gebeten, um die Situation vielleicht zumindest etwas zu entschärfen. „Man könnte die Bordsteine etwas absenken, sodass die Kröten besser von der Straße runterkommen.“ Was aber genau machbar sei, müsse man abwarten. ks

 

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Der See im Ahltener Wald ist voll mit Frosch- und Krötenlaich.
FOTO: PRIVAT

 

10. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Landwirt legt Wildbienenbiotop an

Gemeinsame Aktion mit dem Naturschutzbund soll einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten

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Eine Wildbiene ist auf einer Kleeblüte gelandet.
FOTO: HOISS

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Hülptingsen. Bezirkslandwirt Cord- Heinrich Schweer geht mit gutem Beispiel voran, um die Artenvielfalt zu fördern. Auf seine Initiative hin soll am Rande eines Ackers in der Nähe des Großen Sterns gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ein Biotop für Wildbienen und andere Insekten geschaffen werden. Das Stückchen Land, das Schweer und Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner gemeinsam ausgesucht haben, ist sonnig, warm und liegt direkt auf der Südseite eines Waldstücks. „Die Fläche soll langfristig als Lebensraum für Bienen entwickelt werden“, kündigt Sessner an. „Neben der Anlage von Nistmöglichkeiten soll vor allem die Nahrungsgrundlage dort verbessert werden.“ Das heißt, entsprechende Futterpflanzen werden ausgesät oder gepflanzt.

Zum Auftakt soll am Sonnabend, 14. April, am Vormittag ein rund drei Meter langer Eichenstamm auf der Fläche abgelegt werden. Sessner bringt die Nabu-Kindergruppe mit. Ihre Aufgabe wird es sein, Nistgänge für die Bienen in das Holz zu bohren.

Die Idee für das Wildbienenbiotop sei bei ihm vor etwa acht Wochen gereift, als es um die Frage ging, was er mit den Stämmen seiner Hofeichen machen könnte, berichtet Schweer. Als seine Frau, sie ist Grundschullehrerin in Immensen, von einem Wildbienenprojekt an ihrer Schule berichtete, war die Sache klar. Schweer sprach Sessner an, der ebenfalls in Hülptingsen wohnt.

Sessner begrüßt die Initiative und hofft, dass andere Landwirte diesen Beispiel folgen. „In heutigen landwirtschaftlichen Gebieten gibt es kaum noch Wildbienen. Denn blühende Feldraine und Hecken sind selten geworden“, erläutert er. Für Bezirkslandwirt Schweer birgt die Aktion die Chance, voneinander zu lernen. „Auf der einen Seite das Wissen des Nabu, auf der anderen die Zwänge und die Komplexität der Bewirtschaftung, deshalb müssen wir uns gegenseitig aufklären, um Vorurteile auszuräumen“, sagt Schweer.

Als Beispiel nennt der Landwirt die Vorgaben für die Saatgutvermehrung: „Rund ums Feld dürfen keine blühenden und samentragenden Wildkräuter stehen.“ Bislang häcksle er den Feldrand rund um seine Getreidevermehrungsfläche auf einer Breite von drei Metern ab. „Mir schwebt jedoch vor, künftig ein Gerät mit einer Arbeitsbreite von 1,50 Meter einzusetzen.“ Auch das Niedersächsische Landvolk habe sich inzwischen auf den Weg gemacht, seine Mitglieder zu motivieren, die Biodiversität zu fördern, berichtet Schweer

 

06. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Bunte Landschaft soll Artensterben stoppen

Nabu lädt ein zum Vortrag „Glyphosat – Unheil oder Segen?“ / Naturschützer fordern „eine echte Wende“ bei der Landbewirtschaftung.

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Ackerblühstreifen sind eine Möglichkeit, eine vielfältig strukturierte Landschaft zu schaffen, die einer Vielzahl von Lebewesen Lebensraum bietet.
FOTO: KARKOW

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Angesichts des Artensterbens – seit einigen Jahren vor allem bei den Insekten – gerät das Pflanzenschutzmittel Glyphosat zunehmend in den Fokus der Experten wie der Laien. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze will die Diskussion versachlichen und hat dafür den Immenser Diplom- Agraringenieur Michael Scheer- Behrens für einen Vortragsabend am Donnerstag, 12. April, 19.30 Uhr, im Jugendhaus JohnnyB. gewonnen.

Scheer-Behrens stellt seinen Vortrag unter den Titel „Glyphosat – Unheil oder Segen? – Auswirkungen auf Mensch und Natur“. Zunächst wird der Agraringenieur über die Wirkung des umstrittenen Mittels auf Mensch, Tier und Natur informieren. Die Frage, ob die Landwirtschaft ohne Glyphosat auskommen kann, wird Scheer-Behrens beleuchten, indem er einen Blick auf den Entwicklung des Ackerbau und der Weidewirtschaft in den vergangenen 100 Jahren wirft.

Er will Alternative aufzeigen, wie die Landwirte ohne den Einsatz von Glyphosat ihre Felder und Wiesen bewirtschaften können. Dabei werde Scheer-Behrens den konzeptionellen Ansatz der konventionellen Landwirtschaft mit den Methoden des biologischen Anbaus vergleichen, erklärt Nabu-Sprecherin Margret Schäfer.

Es geht an diesem Abend nicht allein um das in die Kritik geratene Pflanzenschutzmittel, das einst als Errungenschaft gefeiert wurde. Vielmehr ist es ein Anliegen des Nabu, den Blick zu schärfen für eine vielfältige Flora sowohl auf den Felder und Wiesen als auch in den Ortschaften. Es soll aufgezeigt werden, wie dieser Prozess zugunsten der Artenvielfalt zu beeinflussen ist.

Der Nabu macht vor allem die Landwirtschaft für das Artensterben verantwortlich: „Die Zeit drängt: Die Äcker sind heute nahezu wildkrautfrei, während früher fast 30 Prozent des Ackers mit Wildkräutern bewachsen waren. Durch diese weit verbreitete Form der Landbewirtschaftung ist die Zahl der Insekten in den letzten Jahren um fast 70 Prozent zurückgegangen und der Vogelbestand um fast 80 Prozent.“ Kiebitz und Lerche sind kaum noch anzutreffen. Eine Möglichkeit, eine vielfältig strukturierte Landschaft zu schaffen, sind nach Ansicht der Naturschützer Ackerblühstreifen. Sie bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren Futter und Deckung. Diese Form des Artenschutzes fördert die EU derzeit mit 700 Euro pro Hektar.

 

Der Eintritt zum Vortrag am 12. April ab 19.30 Uhr im Jugendhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30 in Burgdorf ist frei.

 

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Blühende Ackerstreifen bieten sowohl Insekten als auch Vögeln Futter und Unterschlupf.
FOTOS: KUBE, BÜSCHER (2)

 

04. April 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ansturm auf Schwalbennester des Nabu

Innerhalb von zwei Tagen waren Nisthilfen für die bedrohten Flugkünstler vergeben – Nabu baut nach

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Eine Mehlschwalbe ist auf der Suche nach Baumaterial.
FOTO: FOTONATUR

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Lehrte/Uetze. Die Schwalbennest- Aktion des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ist ein voller Erfolg – zumindest, was das Interesse der Hausbesitzer an den Nisthilfen für Mehlschwalben angeht. „Innerhalb von zwei Tagen waren alle 20 Nester, die wir mit den Kindern angefertigt hatten, weg“, berichtet Margret Schäfer, beim Nabu für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Nachfrage größer als Angebot

Mit solch einer großen Nachfrage habe man nicht gerechnet, es hätten längst nicht alle Anfragen berücksichtigt werden können. „Damit niemand leer ausgeht, haben wir beschlossen, weitere Nisthilfen anzufertigen“, kündigt Schäfer an.

Mehr Vögel in die Orte locken

Sinn der Aktion ist es, wieder mehr Mehlschwalben in die Orte zu locken. Die Flugkünstler bauen ihre Nester bevorzugt unter Dachüberständen, wo sie vor Regen und Nesträubern wie beispielsweise Katzen gut geschützt sind. Allerdings finden Schwalben immer weniger Baumaterial. Die künstlichen Nester sollen den Vögeln, die längst auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, viel Arbeit ersparen. Denn sie sind eine gute Basis, auf der die Vögel aufbauen können. Wer keine Nisthilfe des Nabu mehr bekommt, der könne auf seinem Grundstück eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze anlegen, rät Schäfer. Dann könnten die Schwalben ihre Nester auch komplett selbst bauen.

Ob die Schwalben die Nisthilfen tatsächlich annehmen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Möglicherweise ziehen die ersten Vögel auch erst im nächsten Frühling dort ein – Hausbesitzer sollten deshalb Geduld haben.

 

31. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Turmfalken brüten im Eulenkasten

 

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Einer der beiden Turmfalken sonnt sich im Einflugloch.
FOTO: SCHILLER

 

Eltze. Der Heimatverein hat zwei Mieter in seinem Glockenturm, der neben dem Heimatmuseum steht. Es handelt sich um ein Turmfalkenpärchen, das in einem Schleiereulenkasten brütet.

Diese Nisthilfe für Eulen hatte der Naturschutzbund (Nabu) nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander, im Dezember 2001 im Turm aufgehängt und in das Mauerwerk ein Einflugloch gestemmt. Außerdem habe der Nabu später außen einen Nistkasten für Turmfalken angebracht. Im Eulenkasten brüteten nach den Unterlagen des Naturschutzbeauftragten von 2002 bis 2007 Schleiereulen. Eine weitere Brut habe es 2012 gegeben, berichtet Zander.

2009 nahmen erstmals Turmfalken den Eulenkasten in Beschlag, um darin ihre Jungen aufzuziehen. „Inzwischen sind sie da seit Jahren zu Hause“, sagt Wilfried Weichbrodt, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Selbst das Glockengeläut störe sie nicht. Als der Heimatverein Ende 1999 die katholische Kirche in Eltze erwarb, um darin ein Museum einzurichten, wurde vereinbart, dass die katholische Kirchengemeinde weiterhin bei besonderen Anlässen läuten darf.

Dass Turmfalken in einen Eulenkasten einziehen, komme hin und wieder vor. Es sei aber sehr selten, dass sich Falken und Eulen eine Nisthilfe teilten, sagt Zander. Die Turmfalken brüteten vorn, weil sie tagsüber durch das Einflugloch ins Freie gucken wollten. Die Schleiereulen brüteten im hinteren Teil, weil es dort dunkler sei. fs

 

31. März 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Windräder und „Vampire“

Renate Keil hat ihr Herz an Fledermäuse verloren

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Dem Vortrag merkten die Zuhörer an, dass Renate Keil (Mitte) ihr Herz an die Fledermäuse verloren hat.
Foto: Georg Bosse

 

LEHRTE/BURGDORF (gb). Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und schlafen mit dem Kopf nach unten. Zu einem Vortrag zum Thema „Die spannende Welt unserer heimischen Fledermäuse“ hatte sich der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze am vergangenen Freitagabend die Tierärztin Dr. Renate Keil aus Hannover/Misburg ins Burgdorfer Jugendzentrum „JohnnyB.“ eingeladen. Bei der Begrüßung zeigte sich Bernd Rose, langjähriges NABU-Vorstandsmitglied und freiwilliger Fledermausbetreuer der Region Hannover/ Ost, von der „riesigen Resonanz überwältigt“, denn über 120, meist erwachsene Interessierte, hatten im Bühnensaal Platz genommen.

Renate Keil hat ihr Herz an die Fledermäuse verloren. Ob klein oder groß, grotesk oder niedlich. „Fledermäuse sind bildhübsche Tierchen“, schwärmt die Tierärztin, die das BUND-Fledermauszentrum in Hannover ehrenamtlich leitet. Vor rund sechs Jahren wurde die Pflege- und Auswilderungsstation im alten Luftschutzbunker am Welfenplatz eröffnet, um die streng geschützten, faszinierenden Flattertiere und ihren Lebensraum zu schützen. Fledermäuse sind in aller Herren Länder verbreitet. Lediglich die Polarregionen und entlegene Inseln meiden sie. Fledermäuse sind nachtaktiv. Die nützlichen und leisen „Untermieter“ suchen tagsüber ihre Quartiere unter Brücken und in Dachstühlen von Häusern, in Kirchtürmen oder hinter Wandverkleidungen auf. Von den etwa 1.300 Fledermausarten weltweit, leben 24 in Deutschland und davon 15 im Raum Hannover. „Die sich durch Ultraschall orientierenden, fliegenden Säugetiere, die auch als Handflügler (Chiroptera) bezeichnet werden, haben sich seit rund 50 Millionen Jahre kaum verändert“, führte die Referentin aus. Fledermäuse können um die 30 Jahre alt werden. Auf der nächtlichen Jagd nach Futter verlieren sie, wegen des hohen Energieverbrauchs beim Fliegen, bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts, was sich die Fledertiere wieder anfressen müssen. „Die europäischen Arten sind Insektenfresser und keine „Vampire““, trat Keil dem immer noch weit verbreiteten Mythos, sie seien schaurige Blutsauger, mit Vehemenz entgegen. Im Gegenteil, einige Spezies ernähren sich rein vegetarisch von Blütennektar und tragen so zur Bestäubung von Pflanzen bei.

„Feinde“ der heimischen Fledermäuse sind Katzen, Motorsägen und Windräder. Katzen fressen gefangene Fledermäuse nicht, sondern „spielen“ sie zu Tode. In den Wintermonaten werden immer wieder morsche Bäume gefällt, die den Tieren als Winterquartiere dienen und dann die metertiefen Stürze häufig nicht überleben. „Rund 200.000 Fledermäuse sterben jährlich allein durch Windräder. Sie werden von den Rotorblättern erschlagen oder der Unterdruck lässt ihre Lungen platzen“, empörte sich Keil.

Verletzte Fledermäuse werden von Renate Keil tierärztlich versorgt. Ziel der ehrenamtlichen Fledermausbetreuer ist es, die Tiere, sobald sie gesund und wieder flugfähig sind, zurück in die Freiheit zu entlassen. Ausführliche Informationen zum Thema „Fledermäuse“ unter: www.bund-flederm

 

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Als Insektenfresser sind europäische Fledermausarten überaus nützlich. Aber der Lebensraum der streng geschützten Tiere ist bedroht.
Foto: Georg Bosse

 

27. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Orkanschäden: Stadt pflanzt Bäume nach

Lehrpfad im Stadtpark wird mit Amberbaum, Roter Rosskastanie und Sumpfeiche komplettiert

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Ilir Mjaku (links) und Kai Odparlik pflanzen am Tiefenwiesensee einen neuen Amberbaum.
FOTO: WULF-DETTMER

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Jetzt ist der Baumlehrpfad im Stadtpark wieder komplett. Der Gärtnerbauhof hat am Montag drei junge Bäume gepflanzt. Sie sollen die Exemplare ersetzen, die der Orkan „Herwart“ Ende Oktober und andere Stürme beschädigt, gekappt oder entwurzelt hatten.

Neu gepflanzt wurde der Amberbaum am Tiefenwiesenweg, wo er mit einer Lärche und einer Hängebuche ein Ensemble bildet. Die Krone des Amberbaums war bei einem Sommersturm ausgebrochen, sodass die städtischen Gärtner den Baum aus Sicherheitsgründen komplett gefällt hatten. Das neue Exemplar ist rund fünf Meter hoch. Der Amberbaum stammt aus Nordamerika.

Direkt am Rathaus II in der ehemaligen Landratsvilla hat „Herwart“ eine riesige Rote Rosskastanie gekappt. Der Reststamm – immerhin mehr als vier Meter hoch – bleibt stehen. „Solch ein Baumtorso ist sehr wertvoll für die Natur“, sagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze. Direkt daneben wird die neue Rote Kastanie stehen. Auch dieser Jungbaum ist schon an die fünf Meter hoch – und seine Blütenknospen sind kurz vor dem Aufbrechen. Die Rote Kastanie wird laut Schmidt nicht von der Kastanienminiermotte befallen. Das Insekt hat sich in vielen Kastanienbeständen – erkennbar an der frühen Alterung der Laubblätter – eingenistet. Baum Nummer drei, der ersetzt werden muss, ist die Sumpfeiche am Lönsweg im Schatten des Rodelbergs.

Der Nabu habe sich darum gekümmert, dass die drei Bäume nachgepflanzt werden, sagt Schmidt. Die Stadt hat die Jungbäume gekauft – jeder kostet zwischen 100 und 200 Euro – und erledigt auch das Einpflanzen. „Wir freuen uns sehr, dass die neuen Bäume am alten Standort stehen und der Lehrpfad wieder komplett ist“, sagt Schmidt. Denn der Flyer zum Baumlehrpfad sei gerade neu gedruckt worden. „Da macht es keinen Sinn, die Bäume woanders nachzupflanzen.“ Eine Gruppe aus Lehrte erkundet den Lehrpfad mit 42 Bäumen nach Ostern – es ist die erste Führung in diesem Jahr.

 

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Die vom Orkan beschädigten Bäume stehen teilweise noch.
FOTO: WULF-DETTMER

 

24. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu will Schwalben zurück in Orte locken

Naturschützer verschenken zu Ostern selbst gebaute künstliche Nester

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Die Mehlschwalbe baut ihr Nest oft unter dem Dachüberstand von Gebäuden. Als Baumaterial verwendet sie Lehm und ihren eigenen Speichel. Wer die seltenen Tiere unterstützt, bekommt vom Nabu eine Plakette (Foto rechts).
FOTOS: PRIVAT

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Lehrte/Uetze. Der Naturschutzbund (Nabu) möchte die Schwalben zurück in die Orte locken. Denn ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig. Selbst in den Dörfern sieht und hört man die wendigen Flieger nur noch selten. „Die Mehlschwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten“, erklärt Margret Schäfer vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Um den Vögeln einen Anreiz zum Brüten zu geben, verschenkt der Nabu zu Ostern Mehlschwalbennester an Hausbesitzer in Burgdorf, Lehrte und Uetze.

Die künstlichen Nisthilfen sind in der Nachwuchsgruppe des Nabu entstanden. 20 Stück haben die Kinder aus Stuckgips und Sägemehl sowie einer rechtwinkligen Holzkonstruktion hergestellt. „Viele werden sich sicher fragen, warum Mehlschwalben Nisthilfen brauchen“, räumt Schäfer ein. Schließlich bauten die Vögel ihre Nester selbst aus Lehm und Speichel. Doch vielerorts fänden die Schwalben kein Baumaterial mehr. Denn auch in ländlichen Gebieten seien Ziergärten heutzutage nach städtischem Muster angelegt. „Wer den sympathischen Dauerzwitscherern etwas Gutes tun will, sollte auf seinem Grundstück eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze anlegen“, rät Schäfer. Wo Baumaterial jedoch rar ist, ersparen künstliche Nester den Schwalben viel Arbeit. Denn sie sind eine gute Basis, auf der die Vögel aufbauen können.

Allerdings ist das knapp gewordene Baumaterial nicht der einzige Grund, warum die Mehlschwalben nur noch selten zu beobachten sind. Es fehlt ihnen an Futter. Denn nur in Gebieten mit Viehhaltung und feuchten Niederungen ist der Tisch für die Vögel reichlich mit Insekten gedeckt. Deshalb weist Schäfer darauf hin, dass es nur Sinn ergebe, Bruthilfen am eigenen Haus anzubringen, wenn dieses in einem schwalbentauglichen Gebiet liege. In Burgdorf gehören dazu die Wohngebiete rund um den Stadtpark, der von der Aue und dem Gümmekanal durchzogen wird. Im Uetzer Gemeindegebiet ist es das Fuhsetal. „In Gebieten mit ausreichendem Nahrungsangebot, aber Mangel an Lehmpfützen kann es deshalb sinnvoll sein, künstliche Mehlschwalbennester anzubringen“, erläutert die Nabu-Sprecherin. Weil sie Koloniebrüter sind, sollten stets mehrere Nester nebeneinander unter dem Dachüberstand hängen.

Wer Mehlschwalben ein neues Zuhause geben will, kann sich an den Burgdorfer Nabu-Experten Bernd Rose unter der Telefonnummer (0 51 36) 8 12 65, wenden. Bei ihm gibt es die Schwalbennester. Übrigens werden Naturfreunde, die ihr Gebäude für den Schwalbenschutz zur Verfügung stellen, laut Schäfer mit der neugeschaffenen Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ vom Nabu ausgezeichnet.

 

19. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Den Fledermäusen ganz nah

Expertin bringt zu ihrem Vortrag beim Nabu in Burgdorf lebende Tiere mit und verspricht spannende Erkenntnisse über die fliegenden Säuger

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Auf Augenhöhe mit den nachtaktiven Fliegern: Naturfreunde können beim Vortrag der Tierärztin Renate Keil echte Fledermäuse erleben.
FOTO: PRIVAT

 

Von Stefan Heinze und Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Der Nabu-Ortsverband Burgdorf, Lehrte, Uetze erwartet die ausgewiesene Fledermauskennerin und Tierärztin Renate Keil zu einem öffentlichen Vortrag. Und die Expertin, die das BUND-Fledermauszentrum in Hannover leitet, wird nicht allein kommen: Sie bringt einige der nachtaktiven und pfeilschnellen Flieger mit nach Burgdorf, sodass die Besucher die Tiere aus nächster Nähe beobachten können. „So lassen sich die vielleicht letzten Vorurteile gegenüber den Fledermäusen beseitigen“, schreibt Margret Schäfer vom Nabu-Ortsverband in ihrer Ankündigung.

Die Tiere, die Keil mitbringt, wurden handaufgezogen und sind an Menschen gewöhnt. Für sie bedeute es daher keinen Stress, aus der Nähe betrachtet zu werden, versichert Keil. In dem seit 2012 bestehenden Fledermauszentrum setzen sich Ehrenamtliche für den Erhalt der fliegenden Säugetiere ein. In einer Krankenstation werden verletzte Tiere gesund gepflegt und danach wieder in die freie Natur entlassen.

Der hiesige Nabu engagiert sich ebenfalls seit vielen Jahren für die Fledermäuse. So hat er Winterquartiere und Kinderstuben für die bedrohte Tierart geschaffen. Darüber hinaus bieten die vielen Wasserflächen rund um Burgdorf und Uetze hervorragende Jagdreviere vor allem auch für die Wasserfledermäuse. Mindestens einmal im Jahr lädt der Nabu auch zu einer Fledermaus- Exkursion in der Abenddämmerung ein. Das Ziel ist dann das Spreewaldseengebiet.

Die hannoversche Wissenschaftlerin Keil wird in ihrem bilderreichen Vortrag mehrere Fledermausarten und spannende Details über die Lebensweise heimischer, aber auch tropischer Fledermäuse vorstellen. Keil wird zudem über die Gefährdung dieser einzigartigen, streng geschützten Tiere berichten und mögliche Schutzmaßnahmen erläutern. „Mit Sicherheit werden die Zuhörer Fledermäuse danach mit anderen Augen betrachten“, verspricht Schäfer.

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Jugendhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei.

 

18. März 2018 - Neue Woche Burgdorf

Die spannende Welt heimischer Fledermäuse

Fotoshow und handaufgezogene echte Fledermäuse

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Burgdorf (r/pa). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze veranstaltet am Donnerstag, 22. März, einen Vortrag zum Thema Fledermäuse. Die Referentin Frau Dr. Keil ist Tierärztin und Leiterin des BUND-Fledermauszentrums in Hannover, das seit 2012 besteht, und in dem sich ehrenamtliche Mitarbeiter für den Erhalt der Fledermäuse und ihrer Habitate einsetzen.

In einer Krankenstation werden dort verletzte Fledermäuse gesund gepflegt und danach wieder in die Natur freigelassen. In dem Vortrag werden unsere heimischen Fledermäuse vorgestellt und spannende Details über die Lebensweise der heimischen, aber auch tropischen Fledermäuse berichtet. Die Gefährdung dieser einzigartigen, streng geschützten Tiere und unsere möglichen Schutzmaßnahmen werden erklärt - und die vielleicht letzten Vorurteile werden einige lebende Exemplare als Botschafter in eigener Sache sicherlich beseitigen. Diese zutraulichen Tiere, die bald ausgewildert werden können, wurden handaufgezogen - für sie bedeutet es keinen Stress, bei der Veranstaltung aus der Nähe gezeigt zu werden, da sie an Menschen gewöhnt sind. Mit Sicherheit werden die Zuhörer Fledermäuse danach mit anderen Augen betrachten! Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Haus der Jugend in Burgdorf (Sorgenser Str. 30). Der Eintritt ist frei.

 

17. März 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Fledermäuse – ganz nah

Tierärztin zeigt beim NABU-Vortrag lebende Tiere

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Werden in der Feldermausstation in Hannover aufgepeppelt: Eine Zwergfledermaus mit ihrem Jungen.
Foto: privat / Keil

 

BURGDORF (tob). Fledermäuse nicht nur auf Bildern anschauen, sondern sie auch hautnah erleben – dieses besondere Erlebnis bietet die Tierärztin Renate Keil. Auf Einladung des Naturschutzbundes (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze hält sie am Donnerstag, 22. März einen Vortrag über die Tiere. Dieser beginnt um 19.30 Uhr im Burgdorfer Haus der Jugend, Sorgenser Str. 30. Der Eintritt ist frei.

Renate Keil ist Leiterin des BUND-Fledermauszentrums in Hannover. Seit 2012 setzen sich dort ehrenamtliche Mitarbeiter für den Erhalt der Fledermäuse und deren Lebensraumes ein. In einer Krankenstation werden verletzte Tiere aufgepeppelt und wieder in die Natur entlassen.

In dem Vortrag stellt Keil die bei uns heimischen Arten vor. Sozusagen als lebende Botschafter in eigener Sache bringt die Tierärztin einige lebende Exdemplare mit. Diese Tiere wurden nach ihrer Aussage von Hand aufgezogen und sind sehr zutraulich. Sie werden in Kürze wieder ausgewildert. Wichtig ist der Tierärztin der Hinweis, dass ihr Auftritt in der Veranstaltung „für sie keinen Stress bedeutet, da sie an Menschen gewöhnt sind.“

 

12. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu bereitet Schutzzaun für Kröten vor

Helfer bauen an Straße Ramlingen-Engensen Absperrung auf / Familie Hein sammelt die Tiere ein

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Nabu-Vorstandsmitglied Bernd Rose (links) und Dagmar Hartmann, Betreuerin der Nabu-Jugendgruppe, stellen an der Kreisstraße Ramlingen-Engensen einen Krötenzaun auf.
FOTO: SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Ramlingen. Wenn das Wetter so mild bleibt, beginnt in wenigen Tagen die Krötenwanderung. Damit die Tiere auf ihrem Weg zum Teich am Waldbad auf der Kreisstraße Ramlingen- Ehlershausen nicht unter die Räder kommen, haben ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbunds (Nabu) am Wochenende auf der nördlichen Straßenseite – im dortigen Wald haben viele der wechselwarmen Tiere ihren Winterschlaf gehalten – einen Auffangzaun aufgestellt.

„In jedem Frühjahr wandern Amphibien aus dem Wald auf der Nordseite der Kreisstraße zu einem Tümpel hinter der Badeanstalt. Da wollen sie ablaichen“, sagte Bernd Rose, Vorstandsmitglied der Nabu- Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte.

Wenn es nachts wärmer als vier Grad sei, machten sich die Kriechtiere auf dem Weg. „Je wärmer, umso besser“, sagte Rose. Ideal sei, wenn es auch noch regne. „Dann gibt es kein Halten mehr.“ Von Friedrich-Wilhelm Schiller Wenn die Kröten und Frösche auf ihrer Wanderung an dem Zaun angelangt seien, liefen sie an dem für sie unüberwindlichen Hindernis entlang und fielen irgendwann in einen der Eimer, die die Helfer dort in den Boden eingelassen haben, erläuterte Rose die Schutzvorrichtung. Die Familie Hein aus Ehlershausen leere jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr die Eimer und bringe die eingesammelten Amphibien zum Teich hinter dem Waldbad. „Das sind überwiegend Erdkröten“, weiß Rose.

Vor zehn Jahren hat der Nabu erstmals den Krötenzaun in Nähe des Waldbads aufgestellt. Einwohner hätten damals den früheren Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski angerufen und berichtet, dass dort immer mehr Kröten überfahren würden, sagte Rose. Die Anrufer hätten gefragt, ob der Nabu nicht etwas dagegen unternehmen könne.

Die Zahl der eingesammelten Amphibien schwankt von Jahr zu Jahr. 2011 haben Klaus-Dieter und Marianne Hein 382 Amphibien zum Laichgewässer getragen. 2012 waren es nur 272. 2015 schnellte die Zahl auf 538 hoch. Ein Jahr später sammelten die Heins nur 367 Kriechtiere ein. 2017 waren es 417. „Wir wissen nicht warum, die Zahl schwankt“, sagt Rose. Das zu ergründen, könnte vielleicht einmal ein Forschungsprojekt für Studenten sein.

Am Ortsrand von Ramlingen steht der einzige Krötenzaun im Stadtgebiet. Es ist auch die einzige größere Straße, die die Amphibien im Frühjahr überwinden müssen. Rose wünscht sich deshalb, dass auf der Nordseite der Kreisstraße, dort wo die Tiere auch ihren Winterschlaf halten, ein Teich angelegt wird. Im Laufe der Jahre würden die Tiere dieses Laichgewässer aufsuchen, sodass der Krötenschutzzaun dann nicht mehr erforderlich wäre.

 

03. März 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wie die Biberratte unsere Flussufer erobert

Naturfilmer Joachim Laube ist zu Gast beim Nabu-Abend im StadtHaus

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An zahlreichen Flüssen in der Region Hannover – hier die Leine bei Bordenau – haben sich die Biberratten, auch Nutrias genannt, angesiedelt und fühlen sich längst heimisch.
FOTO: KIEL

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt für Freitag, 9. März, zu seinem traditionellen Nabu-Abend ein. Die Veranstaltung ist eine Mischung aus gemeinsamem Schmausen, gemütlichen Gesprächsrunden und Informationen rund um die Natur. Diesen Part übernimmt diesmal der Hänigser Naturfilmer Joachim Laube. Er zeigt seinen Film „Einwanderer wider Willen – ein Nager erobert Deutschland“.

Star des Films ist die Biberratte, auch Nutria genannt. Die durchaus possierlichen Tiere, die oft mit Bibern verwechselt werden, sind längst auch in der Region Hannover heimisch. Der Lebensraum der Vegetarier sind vor allem die Flussufer, in die sie ihre Wohnhöhlen bauen. Dabei richten die Tiere oft erheblichen Schaden an den Uferböschungen an. Das ist auch der Grund, warum sie nicht überall willkommen sind. Und in manchen Teilen Deutschlands sogar temporär bejagt werden. Die Heimat der Biberratte ist Südamerika. In den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurden sie in großem Stil nach Europa eingeführt – für die Pelztierfarmen. Von dort aus entkamen viele Tiere oder wurden ausgesetzt und verbreiteten sich dann rasch.

Naturfilmer Laube ist bei seinen Streifzügen in der Natur stets mit leichtem Gepäck unterwegs. Eine kombinierte Foto- und Filmkamera mit Richtmikrofon auf ein Stativ montiert ist alles, was er braucht. Die Biberratte hat der Hänigser unter anderem an der Erse beobachtet.

 

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Joachim Laube ist bei seinen Streifzügen durch die Natur mit leichtem Gepäck unterwegs.
FOTO: WULF-DETTMER

 

24. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Welcher Vogel wohnt denn hier?

Schüler der Prinzhornschule kontrollieren zusammen mit dem Nabu selbst gebaute Nistkästen

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Vorsichtig angeklopft bei Familie Vogel: Mit Zange und Spachtel öffnet Laura den Nistkasten.
FOTO: BEIGEL

 

Von Laura Beigel

Burgdorf. Wer in diesen Tagen am frühen Morgen durch den Burgdorfer Stadtpark geht, kann von überall her schon die verschiedenen Gesänge der Singvögel hören. Manchmal etwas schrill, aber immer gut gelaunt klingt das Vogelgezwitscher, sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die kahlen Äste der Bäume scheinen. Der Gesang von Kohlmeise, Spatz, Buchfink und anderen Artgenossen soll die Weibchen anlocken, die im Frühling anfangen zu brüten. Daher sind auch schon viele heimische Vogelarten auf der Suche nach geeignetem Material für den Nestbau.

Der Naturschutzbund (Nabu) hatte zusammen mit Schülern der Prinzhornschule im vergangenen Jahr zehn Nistkästen für die Vögel aufgehängt. Die hölzernen Kisten hatten die Schüler bunt verkleidet mit sogenanntem Décopatch-Papier sowie einem wetterfesten Speziallack bestrichen. In dieser Woche wurden die Kästen, die rund um den Spittaplatz verteilt sind, nun von den Teilnehmern der Aktion kontrolliert und gesäubert. Die Bilanz: Die Schüler fanden sieben Meisennester, einen Nestrohbau und zwei leere Kästen vor.

„Burgdorf ist ein absolutes Meisenrevier“, erläuterte Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt. „Meisen bauen jedes Jahr ein neues Nest. Wenn wir die jetzigen Nester nicht herausnehmen, ist die Hütte bald voll“, führte er weiter aus. Mithilfe einer Zange und eines Spachtels öffneten die Schüler daher die Nistkästen und entnahmen die Brutstätten, die die Vögel aus Gras und Tier- beziehungsweise Menschenhaaren gebaut hatten.

Neugierig lauschten die Mädchen und Jungen den Erklärungen Schmidts, der bereits an sechs Schulen und 17 Kindergärten Brutkästen aufgehängt hat. „Wir möchten Kinder und Schüler für die Natur begeistern“, sagt der Nabu-Vertreter. „Getreu unserem Motto: Was ich nicht kenne, kann ich nicht beschützen.“

 

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Beachtliche Leistung: Mit Gras und Tierhaaren haben die Vögel vergleichweise große Nester gebaut.
FOTO: BEIGEL

 

24. Februar 2018 - Marktspiegel Burgdorf

„Unsichtbare“ Rotorblätter töten Fledermäuse und Greifvögel

Vortrag im Burgdorfer Haus der Jugend

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Getötete Fledermaus am Fuß einer Windkraftanlage.
Foto: privat / Holger Klinkert

 

Altkreis (r/tob). Weht der Wind kräftig, dann drehen sich die Rotorblätter von Windkraftanlagen schnell und „werden für Tiere unsichtbar“, erklärt der Sehnder Diplom-Biologe Holger Klinkert. Die Folge: Fledermäuse und Greifvögel werden im Flug von den Rotorblättern erfasst und getötet.

Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze hat Klinkert als Referenten für einen Vortragsabend über den Ausbau der Windenergie in Niedersachsen am Donnerstag, 1. März, eingeladen. Er wird in seinem Vortrag die Problematik erläutern, und an Beispielen und Fotos zeigen, wie sich die Begegnung von Windrädern mit den betroffenen Tierarten auswirkt. Die schlaggefährdeten Arten werden vorgestellt und die wissenschaftlichen Untersuchungen und Methoden, die eine Abwendung des Unfalltodes herbeiführen sollen, werden kritisch gewürdigt.

Planungsinstrumente und die Beteiligung der Öffentlichkeit, ebenso wie die Interessen der Windenergieprojektierer und die von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten werden diskutiert“, heißt es in einer Pressemitteilung des NABU.

Außerdem wollen die Umweltschützer im Rahmen der Veranstaltung aufzeigen, wie Interessierte am Fledermausund Vogelschutz aktiv mitwirken können. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in Burgdorf im Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei.

 

17. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Zu Fachvortrag kommen mehr als 100 Zuhörer

Naturschutzbund setzt sich für das Rebhuhn ein / Nahrung und Brutplätze fehlen

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Andrang in der Alten Schlosserei: Dem Vortrag von Werner Beeke folgen mehr als 100 Zuhörer.
FOTO: EGGERS

 

Von Katja Eggers

Lehrte. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze will den Schutz des stark gefährdeten Rebhuhns vorantreiben. Zu einem Fachvortrag in der Alten Schlosserei sind am Donnerstagabend mehr als 100 Zuhörer erschienen. „Das zeigt, dass das Thema auf großes Interesse stößt“, sagte Nabu-Beisitzer Bodo Kutzke. Unter den Zuhörern seien Naturinteressierte, Jäger und Landwirte gewesen. Die Politiker hätte er trotz mehrfacher persönlicher Einladung jedoch an einer Hand abzählen können, von den Grünen sei überhaupt niemand da gewesen. „Da bin ich sehr enttäuscht“, so Kutzke. Der Nabu wolle beim Thema Artenschutz gerade auch die Politik ins Boot holen.

Dass es um das Rebhuhn derzeit sehr schlecht steht, machte der Forscher und Diplom-Biologe Werner Beeke in einem Vortrag deutlich. Der Bestandsrückgang in Deutschland habe in den vergangenen Jahren 84 Prozent betragen. Unter anderem fehle es dem Rebhuhn an Insekten und Brutplätzen. „Dort müssen wir Menschen in der Landschaft etwas verändern“, betonte Beeke. Sinnvoll sei es, künftig den Lebensraum des Rebhuhns aufzuwerten. „Wir müssen mehr Biotope schaffen, erhalten und Wegeseitenränder pflegen.“

 

14. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Vom Allerweltsvogel zur bedrohten Art

Nabu lädt zu Filmvortrag in die Städtische Galerie Lehrte ein / Im Anschluss ist auch eine Diskussion geplant

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20 Prozent des deutschen Rebhuhnbestandes sind in Niedersachsen heimisch.
FOTO: PRIVAT

 

Von Sandra Köhler

Lehrte. Der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt für morgen zu einem Filmvortrag ein, bei dem es um eine gefährdete Art geht – das Rebhuhn. Alle Naturinteressierten können sich über den Schutz der Vogelart in der Region Hannover informieren. Der Vortrag in der Städtischen Galerie, Alte Schlosserei 1, beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Diskussion soll sich anschließen.

Gezeigt wird zuerst der Film „Über-Leben Rebhuhn“ des Tierfilmers Andreas Winkler. Danach spricht der Diplom-Biologe und Rebhuhnforscher Werner Beeke von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen über die dramatischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, in denen der Bestand des Rebhuhns in Niedersachsen stark eingebrochen ist. War das Rebhuhn früher ein Allerweltsvogel, steht es aktuell als „stark gefährdet“ auf der niedersächsischen Roten Liste der bedrohten Arten.

Rebhühner sind meist an Feldrändern zu beobachten. Sie können schnell laufen, aber auch niedrig über dem Boden fliegen. Bei Gefahr drücken sich die Vögel flach auf den Boden und sind dann gut getarnt. Die Weibchen bauen ihr Nest als Mulde am Boden – bevorzugt in guter Deckung an Feldrainen, Wegund Grabenrändern. Die Jungvögel ernähren sich von Insekten, Altvögel meist von pflanzlicher Nahrung.

Weil etwa 20 Prozent des gesamtdeutschen Rebhuhnbestandes in Niedersachsen heimisch sind, kommt dem Bundesland eine besondere Verantwortung beim Schutz der Tiere zu. Um den Bestand zu sichern, müsse der Lebensraum aufgewertet werden, betont der Nabu. Bei der Diskussion in Lehrte soll es auch darum gehen, ob in der Region Hannover Vorrausetzungen geschaffen werden können, um den negativen Trend in Sachen Rebhuhn zu stoppen.

 

10. Februar 2018 - Marktspiegel Lehrte

Allerweltsvogel in Gefahr

NABU-Ortsgruppe lädt zu einem Info-Abend mit Vortrag und Film über Rebhühner ein

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Früher war es ein Allerweltsvogel, heute steht das Rebhuhn als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste Niedersachsen.
Foto: NABU/Kerstin Kleinke

 

LEHRTE (r/fh). Wie und wo leben Rebhühner in der Region Hannover, welche Bedürfnisse haben sie und wie können sie geschützt werden? Mit einem Dokumentarfilm und einem Vortrag will der Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte, Uetze über die Vogelart informieren und zur Diskussion anregen. Am Donnerstag, 15. Februar, zeigt der Verein den Film „Über-Leben Rebhuhn“ des Tierfilmers Andreas Winkler. Im Anschluss hält der Rebhuhnforscher Werner Beeke Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen einen Vortrag. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Städtischen Galerie, Alte Schlosserei 1, in Lehrte. Der Eintritt ist frei. sie richtet sich an Jäger, Politiker, Landwirte und alle naturinteressierten Bürger. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Rund ein Viertel aller Rebhühner in Deutschland leben in Niedersachsen. Daraus ergebe sich für das Land eine besondere Verantwortung zum Schutz der Feldvogelart, betont der NABU.

Denn der Bestand sei in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch eingebrochen, sodass der frühere Allerweltsvogel heute als „stark gefährdet“ auf der Niedersächsischen Roten Liste steht.

 

01. Februar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wieso mögen Bienen Schnecken?

Nabu lädt zum Vortrag für Kinder

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Eine Sandbiene sammelt Pollen – hier auf der Blüte des Gemswurz.
FOTO: PRIVAT

 

Burgdorf. Einen kindgerechten Vortrag über das Leben der Bienen plant der Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte und Uetze für Sonnabend, 10. Februar: So sehen die Teilnehmer ab sieben Jahren zunächst in einem spielerischen, interaktiven Vortrag einige Großaufnahmen von Bienen, die Nahrung sammeln und ihr Nest bauen. Dabei beantworten die Fachleute Fragen wie: Warum mögen einige Bienen auch Schneckenhäuser? Warum schneiden Blattschneiderbienen eigentlich Blätter? Und was sind Kuckucksbienen? „Am Ende werden die Kinder vieles über das Leben und den Lebensraum der Bienen erfahren haben“, kündigt Nabu-Kindergruppenleiter Hans-Jürgen Sessner an und fügt hinzu, dass die Jungen und Mädchen ihr Wissen abschließend in einem virtuellen Rundflug testen können.

Den besonderen Vortrag begründet Sessner damit, dass die kommenden Generationen von dem Verschwinden der Bienen betroffen sein werden. Deshalb gehe der Nabu mit dem Thema nun an die Öffentlichkeit – zumal ein Vortrag über die Wildbienen im Herbst eine große Resonanz erfahren hatte. Übrigens sind am 10. Februar auch die Eltern willkommen.

Die etwa zweistündige Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im JohnnyB., Sorgenser Straße 30. Der Eintritt ist frei. Interessierte sollten sich vorab bei Sessner per E-Mail an jugend@nabu-burgdorf- uetze.de oder unter Telefon (0 51 36) 8 34 43 anmelden. bis

 

15. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Gemeinde will Insektenschutz verbessern

Förderung der biologischen Vielfalt als kommunaler Schwerpunkt vorgesehen / Verwaltung soll Einwohner und Betriebe beraten

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Zurzeit steht fast die ganze Kieskuhle bei Wackerwinkel unter Wasser. Im Frühjahr sind die Tümpel in diesem Bereich wertvolle Laichgewässer für Amphibien.
Foto: Schiller

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Der dramatische Insektenschwund in Deutschland hat die Kommunalpolitiker alarmiert. Nach dem Willen der Ratsmitglieder soll sich die Gemeinde Uetze nun einer neuen Schwerpunktaufgabe im Umweltbereich widmen: Das Hauptaugenmerk soll nicht mehr auf dem Klimaschutz, sondern auf der Biodiversität, also dem Erhalt der biologischen Vielfalt, liegen.

CDU-Fraktionschef Dirk Rentz weist darauf hin, dass nach einer Langzeitstudie die Insektenpopulation in Deutschland seit 1989 um 76 Prozent zurückgegangen ist. „Wir haben kaum noch Wildbienen“, klagt Rentz. Er unterstreicht die Bedeutung von Insekten bei der Bestäubung: „Nicht nur Honigbienen bestäuben Blüten.“ Zudem ernährten sich Vögel von Insekten. Weil es aber immer weniger gebe, gehe auch der Vogelbestand stark zurück.

Der Rat ist einstimmig Rentz’ Antrag gefolgt, dass die Verwaltung Landwirte, Betriebe und Einwohner beraten und unterstützen soll, wie sich die Lebensbedingungen für Insekten und Vögel verbessern lassen. „Es ist eine kommunale Aufgabe, die Bürger mitzunehmen und zu informieren“, meint Rentz. So könne der Umweltsachbearbeiter der Gemeinde etwa Hausbesitzern Tipps für deren Garten geben. Gartenbesitzer könnten zum Beispiel an einer Stelle Totholz liegen lassen, Sträucher pflanzen oder einen Busch verwildern lassen. Ziel müsse sein, viele kleine ökologische Nischen zu schaffen, damit sich Insekten wieder verbreiten können.

„Wir fangen nicht bei null an“, stellt Rentz klar. So habe die Gemeinde schon in den Neunzigerjahren Hecken gepflanzt. Der SPDRatsherr und Regionsabgeordnete Jürgen Buchholz macht darauf aufmerksam, dass der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander in den vergangenen Jahren den Anstoß zu mehreren Projekten gegeben hatte, die die Region Hannover mit Geld aus dem Topf Biodiversität gefördert hat. Buchholz hat nun bei der Region nachgefragt, ob nicht ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde in Uetze einen Vortrag über die Biodiversitätsstrategie der Regionsverwaltung halten könne.

Laut Zander hat der Naturschutzbund (Nabu) zum Beispiel mit Geld aus dem Fonds der Region eine Grundräumung der Tümpel in der Kieskuhle in Wackerwinkel vornehmen lassen, damit sie wieder wertvoller als Laichgewässer für Amphibienlaich werden. Der Nabu habe auch drei Teiche westlich der Spreewaldallee angelegt, damit die Kröten nicht zum Laichen über die Allee wandern müssen. Die Gemeinde habe zudem Obstbäume am Verbindungsweg von Hänigsen und Obershagen gepflanzt. „Eine ganz große Aktion hatten wir im Naturschutzgebiet Düvelskamp“, berichtet Zander. Da habe die Region selbst auf seinen Vorschlag hin aus dem Hochmoor Sträucher entfernt und am Rand Birken und Kiefern gefällt, damit die Stäucher und die Bäume dem Moor nicht länger Wasser entziehen.

 

15. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu liefert Reisig für Besenbinder

Arbeitseinsatz an Amphibienteichen

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Besenbinder Leo Beigel freut sich über die Birkenzweige vom Nabu- Gelände.
Foto: Schiller

 

Burgdorf. Das fügt sich: Dem Naturschutzbund (Nabu) gefallen die Birken am Ufer seiner beiden Tümpel zwischen Burgdorf und Immensen überhaupt nicht, und Hobbybesenbinder Leo Beigel ist stets auf der Suche nach Birkenzweigen für seine Reisigbesen. So hat Beigel beim Nabu-Einsatzleiter Ernst Schmidt nachgefragt, ob er die Zweige haben könne, die beim Arbeitseinsatz auf dem Teichgrundstück anfallen – und Schmidt stimmte sofort zu.

„Das ist ideales Material zum Besenbinden“, sagte Beigel am Sonnabend zu den gut 20 Helfern, bevor diese die Birken, Erlen, Kiefern, Weiden und Eichen am Ufer mit Motorsägen und Astscheren abholzten. Die Helfer schichteten das Baumholz am Tor des Grundstücks zu großen Haufen auf, damit Beigel es sich nach und nach je nach Bedarf abholen kann.

Die beiden Tümpel waren beim Bau der Ortsumgehung als Ausgleichsmaßnahme angelegt worden. Der Nabu hat die Pflege übernommen, weil sie Laichgewässer für Amphibien sind. Er hat sich vertraglich verpflichtet, das Grundstück von Gehölzen frei zu halten, damit die Wasserflächen nicht beschattet werden und als Laichbewässer erhalten bleiben. Nach den Worten von Nabu-Jugendwart Hans-Jürgen Sessner, dessen Gruppe in erster Linie für die Pflege des Grundstücks verantwortlich ist, legen in den Tümpeln die seltenen Laubfrösche und Kreuzkröten ihren Laich ab. Natürlich treffe man auch Grasund Wasserfrösche sowie Erdkröten an.

„Jede Menge Libellen kommen hier vor“, ergänzte der Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt. Sie seien Froschfutter. Ebenso seien Köcherfliegen an den beiden Tümpeln heimisch. fs

 

03. Januar 2018 - Marktspiegel Burgdorf

Von Sommer- und Wintervögeln

NABU veranstaltet Neujahrsspaziergang zum Thema Mauersegler und eine große Zählaktion für Gartenvögel

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Beim ersten Stopp erklärte Ernst Schmidt der Gruppe wie Mauersegler „ticken“ und die Burgdorfer „Nordstraße“ zu einem „El Dorado“ für die flinken Flieger.
Foto: Georg Bosse

 

BURGDORF (gb). Zum mitternächtlichen Jahreswechsel hatten viele Burgdorfer Feuerwerksböller und -raketen sowie ungezählte Sektkorken knallen lassen, um 2018 frohgelaunt willkommen zu heißen. Wenige Stunden danach fanden sich 50 Bürger auf dem Schützenplatz zusammen, um mit Ernst Schmidt vom NABU Burgdorf, Lehrte und Uetze an frischer Januarluft spazieren zu gehen. Der beliebte NABU-Neujahrsspaziergang „Von elf bis halb eins“ hat schon eine lange Tradition und trat seine Runde am vergangenen Montag unter der Themenüberschrift „Mauersegler“ an. Die Mauersegler (Apus apus) sind der Inbegriff des Sommers. Nur von etwa April/Mai bis Juli/August verweilt das Gros der Mauersegler in ihrer (Burgdorfer) Brutheimat. Nach vollendeter Brut ziehen die Mauersegler dann zurück nach Afrika.

Doch nicht nicht alle Vögel entfliehen dem kalten Burgdorfer Winter. Wenn die Mauersegler längst wieder in wärmeren Gefilden sind, schlägt die „Stunde der Wintervögel“. Unter diesem Motto ruft der NABU zusammen mit der Naturschutzjugend (NAJU) wieder zu einer großen Zählaktion auf. Vom 5. bis 7. Januar sind alle Interessierten dazu eingeladen, eine Stunde lang die Vögel in Park oder Garten zu zählen.

 

Wintervögel in Garten und Park

Naturschutzbund sucht Vogelzähler für bundesweite Aktion vom 5. bis 7. Januar

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Schau eine kleine Haubenmeise. Der NaBu ruft zur Zählung der Wintervögel auf.
Foto: NABU

 

BURGDORF/REGION (r/fh). Wer sich für die Burgdorfer Vogelwelt interessiert, sollte sich zwischen dem 5. und 7. Januar eine Stunde Zeit nehmen und sich ein ruhiges Beobachtungsplätzchen suchen. Der Naturschutzbund (NABU) und die Naturschutzjugend (NAJU) rufen zum achten Mal zur der bundesweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ auf.

Die Aktion funktioniert ganz einfach: Naturfreunde können eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und anschließend dem NABU melden. Von einem ruhigen Platz aus notieren sie für jede Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/ aktionen/sdw/ bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer (0800) 1157115 geschaltet.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Eventuell können aber auch vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle gemeldet werden. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren“, sagt Philip Foth, Pressereferent des NABU Niedersachsen. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abzugleichen, hofft der NABU auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2017 beteiligten sich bundesweit mehr als 120.000 Menschen. Mehr als 2,9 Millionen Vögel aus über 84.000 Gärten wurden gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Amsel Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlmeise, Feldsperling und Blaumeise.

Nun erhoffen sich NABU und NAJU auch im Jahr 2018 wieder eine rege Beteiligung. „Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller und aussagekräftiger werden die Ergebnisse“, so Philip Foth. Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ist es für NABU und NAJU bei dieser Aktion ebenso wichtig, die engagierten Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel zu motivieren.

 

Mauersegler lieben und leben in der Luft

Beim NABU-Neujahrsspaziergang informieren sich 50 Burgdorfer über den besonderen Vogel

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äheres zu den Gewohnheiten und dem Bestand der Vögel in Burgdorf erläuterte Ernst Schmidt (Mitte) anhand von zwei Mauersegler-Präparaten.
Foto: Geor Bosse

 

„BURGDORF (gb). „Der Mauersegler ist ein ganz besonderer Vogel“, machte Ernst Schmidt vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze auf das Thema des diesjährigen Neujahrsspaziergangs neugierig, bevor sich die Gruppe in Richtung „Nordstraße“ in Bewegung setzte. Die zierlichen Vögel eilen mit schnellem Flügelschlag und zwischenzeitlichem Gleitflug durch den sommerlichen hellen Abendhimmel, um hoch oben schwirrende Insekten, wie Mücken, Schwebfliegen, Spinnen und geflügelte Blattläuse zu jagen. Sie sind extrem an ein Leben in der Luft angepasst. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich für etwa zehn Monate nahezu ohne Unterbrechungen in der Luft auf. Auch die für die Fortpflanzung erforderliche Begattung erfolgt nach einer Flugbalz in der Luft („on the wing“).

Aber wie auch alle anderen Vögel sind diese vollendeten Flieger auf feste Brutplätze angewiesen. Beim Übergang vom Fels- zum Gebäudebrüter wurden Mauersegler zu Kulturfolgern, die heute in Deutschland und Europa vorzugsweise in Steinbauten, wie Wohnhäuser, Kirchtürme oder Fabrikgebäude, brüten. Dazu werden vielerlei (kleine) Hohlräume unter den Dächern genutzt.

Haben die Mauersegler lange Zeit von der Urbanisierung profitiert, so stellen heute die vorherrschenden Baustile ein Problem für sie dar. Isolierte Gebäude und moderne Fassaden bieten immer weniger geeignete Nischen und sie finden kein „Dach mehr über dem Köpfchen“.

„Mauersegler kehren immer wieder zu ihren alten Nistquartieren zurück. Weil die Segler zu den Arten zählen, deren Nistplätze unter naturschutzrechtlicher Obhut stehen, ist jeder Bauherr verpflichtet, die Einflugmöglichkeiten für eine bestehende Population zu erhalten.

Zuwiderhandlungen können strafrechtlich verfolgt werden“, erklärte Schmidt, der die Burgdorfer „Nordstraße“ als ein „Eldorado“ für Mauersegler bezeichnete.

Die flinken Vögel hinterlassen auf den Fassaden kaum Schmutz, da sie sich ohnehin nur gut drei Monate am Brutplatz aufhalten. Sie nutzen den Insektenreichtum der warmen Monaten. Sollten sie jedoch wegen einer Kaltfront nicht genügend Nahrung finden, begehen hauptsächlich nichtbrütende Mauersegler „Wetterflucht“.

Sie fliegen bis zu 2000 Kilometer in wärmere Gefilde, um sich mit Nahrung für sich und ihre Brut zu versorgen. Während ihrer Abwesenheit überdauern die Jungvögel in einer Art Hungerschlaf.

 

02. Januar 2018 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Dem Mauersegler auf der Spur

Ernst Schmidt vom Naturschutzbund zeigt Interessierten den Lebensraum der besonderen Vögel

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54 Naturfreunde begleiten Ernst Schmidt (mit blauem Schirm) auf der Neujahrswanderung.
Foto: Bismark

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Eine kleine Spalte unterm Dach, ein künstliches Nest unterm First oder in Thermoputz eingelassene Einflugschneisen: Mit diesen kleinen Hilfen können Hausbesitzer dafür sorgen, dass der Lebensraum der Mauersegler erhalten bleibt. Beim Neujahrsspaziergang zeigte Ernst Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) am Montagmittag insgesamt 54 Naturfreunden positive und negative Beispiele an Gebäuden, denn: „Wenn wir dem Mauersegler kein Domizil mehr bieten, wird die Population schnell sinken“, sagte Schmidt.

Die Gruppe mit Teilnehmern aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Hänigsen startete ihre Tour traditionell auf dem Schützenplatz – und legte den ersten längeren Stopp in der Nordstraße ein. Sie gilt in den Augen Schmidts als Eldorado der Mauersegler, bieten doch etliche Gebäude die notwendigen Voraussetzungen, dass der besondere Vogel dort ein Quartier findet. „Mauersegler haben so kurze Beine, dass sie nicht auf der Erde laufen können“, berichtete der Naturschützer. Ob die Tiere fressen oder schlafen: Ihr gesamtes Leben, mit Ausnahme der Brut, verlaufe im Flug.

Deshalb müssten die Einflugschneisen sich etliche Meter in der Luft befinden, und sie dürften nicht verdeckt werden. Schmidt erzählte dem wissbegierigen Publikum von einer Baustelle in Lehrte, die er aus diesem Grund einmal stillgelegt habe. Dort hatten Gerüstbauer das Gebäude mit einem Netz gesichert und damit die Flugbahn der Mauersegler gestört. Erst nachdem das Hindernis abgebaut war, gingen die Bauarbeiten weiter – unter den wachsamen Augen der Naturschützer.

„Wer ein Domizil, wissentlich oder unwissentlich, zerstört, der macht sich strafbar“, betonte Schmidt und verwies darauf, dass für beschädigte Quartiere stets ein Ersatz geschaffen werden müsse. „Während der Brutzeit dürfen die Nester überhaupt nicht angefasst werden“, sagte er. Dies müssten Hausbesitzer ebenso wie Handwerker, beispielsweise Dachdecker, wissen.

Immer wieder schauten die Teilnehmer die Dächer an, fanden alte Gebäude mit Brutmöglichkeiten, neue mit einer hermetisch versiegelten Hülle. Dass diese sich dennoch als Lebensraum eignen, zeigte Schmidt an der Zirntener Straße, wo sich besondere Stellen für Mauersegler im Thermputz befinden. Und damit jeder in Zukunft einen der Vögel erkennt, präsentierte Schmidt auch noch zwei präparierte Exemplare.

 

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Präparierter Mauersegler.
Foto: Bismark

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen